12.07.2020 17:53 |

Tragisches Unglück

Bub (14) starb durch Steinschlag bei Eisriesenwelt

Sonntag, kurz vor Mittag, löste sich ein riesiger Felsblock oberhalb des Weges zur Eisriesenwelt - einem beliebten Ausflugsziel im Salzburger Werfen. Einzelne Steine trafen dabei zwei Jugendliche: Ein 14-Jähriger starb noch vor Ort, ein weiterer Bub wurde an den Beinen verletzt. Die weltgrößte Eishöhle ist bis auf Weiteres zu.

Das Unglück passierte auf dem Weg zum Naturdenkmal, genau in jener Kehre, die nicht durch Lawinen- und Steingalerien geschützt ist: Hier prasselten Teile eines zersplitterten Felsblocks auf zwei Jugendliche, die unabhängig voneinander mit ihren Familien zur Eishöhle wollten. Ein etwa 25 Zentimeter großer Stein traf einen Iraker (14) am Oberkörper, zwischen Hals und Brust. Er starb noch an Ort und Stelle. Ein Pongauer ist im Bereich der Beine getroffen worden. Mit dem Akia brachten Rettungskräfte den Verletzten ins Tal und danach mit dem Rettungshelikopter ins Spital.

Franz Reinstadler, Betriebsleiter der Eishöhle, stand mit einer Besuchergruppe zum Unglückszeitpunkt beim Eingang: „Ich habe aus etwa 100 Metern Entfernung eine Person am Boden liegen gesehen.“ Sofort lief Reinstadler hin. „Es hat keine Minute gedauert. Wir haben den Buben sofort erstversorgt und die Rettungskette ausgelöst.“ Dutzende Alpinpolizisten und Bergretter eilten daraufhin zur Unglücksstelle auf etwa 1600 Metern Seehöhe. Währenddessen ließ der Betriebsleiter gemeinsam mit dem Seilbahn-Betriebsleiter Michael Rieder die Eishöhle räumen: Etwa 300 Besucher befanden sich zum Zeitpunkt des Steinschlags in der Höhle oder auf dem Weg dorthin.

Nasser Boden brachte Felsblock ins Rollen
„Die Besucher wurden geordnet in Kleingruppen sicher zur Bergstation der Seilbahn gebracht“, so Reinstadler. Der Landesgeologe Gerald Valentin inspizierte bereits den Berghang: Der Experte sagt, dass die starken Regenfälle der vergangenen Tage den Untergrund lockerten, sodass sich der rund zwei Kubikmeter große Felsblock etwa 400 Meter oberhalb des Weges lösen konnte. Der massive Fels prallte auf die Schutzbauten, zerbarst dadurch in viele kleinere, einzelne Steine. Einer traf den 14-Jährigen tödlich.

Die Alpinpolizei wird den Unfallhergang genau aufklären. Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes stand ebenso im Einsatz. Die Eisriesenwelt ist bis auf Weiteres geschlossen. Die Schutzmaßnahmen werden geprüft. Ein solcher Felssturz samt Steinschlag ist aber „bisher noch nie passiert“, weiß Reinstadler.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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