09.07.2020 17:13 |

Rassismus-Vorwurf

Polizeikontrolle von Europameisterin eskaliert

Die britische Sprint-Europameisterin Bianca Williams ist gerade mit ihrem Lebenspartner, dem portugiesischen 400-Meter-Läufer Ricardo dos Santos und ihrem gemeinsamen drei Monate alten Sohn in einem Mercedes unterwegs, als sie nähe Notting Hill von der Londoner Polizei angehalten werden. Dann nimmt das Drama seinen Lauf. 

Die Polizei befiehlt der 4x100-Staffel-Vizeweltmeisterin von 2014 aus dem Auto auszusteigen. Dem will sie nicht Folge leisten. Auch ihr Ehemann nicht. Dann wird ihr Mann aus dem Auto gezerrt. Sie sagt, sie habe ihren Sohn im Wagen, diesen wolle sie nicht aus den Augen lassen. Dann werden ihr und ihrem Mann Handschellen angelegt. Der britische Star protestiert, aber vergeblich. 45 Minuten lang werden sie festgehalten.

Der Grund für die Kontrolle: Die Polizei suchte die Straßen nach Drogenbanden ab und Williams und ihr Mann seien verdächtig (auf der falschen Seite der Straße) mit ihrem Auto gefahren und bei der ersten Bitte nicht stehengeblieben, meinte die Polizei.

Angst spielte mit
Bei zahlreichen britischen Medien sprach Williams über den Vorfall: „Ich hatte richtige Angst. Mein Mutterinstinkt sagte mir, du musst im Auto neben deinem Sohn bleiben. Ich war noch nie in einer solchen Situation. Ricardo schon, er ist sich das gewohnt. Was eine Schande ist!“ Dos Santos sagte in der „BBC“ dazu: „Es ist normal für mich, was furchtbar ist, sagen zu müssen.“ Und er erzählte auch, dass ihn die Polizisten damit bezichtigten, Cannabis geraucht zu haben, weil es ihrer Meinung nach im Auto danach roch. Darauf sagte er nur: „Ich habe nie in meinem Leben Drogen oder Alkohol genommen“.

Weil ein Schwarzer einen Mercedes fährt?
Es sei ein rassistisches, anders gesagt „ethnisches Profiling“ gewesen, was die Polizisten gemacht hatten, sagte Williams, die eine Klage gegen die Metropolitan Police ankündigte. „Die Polizei hat uns angehalten, weil ein Schwarzer einen Mercedes fährt.“ Die Metropolitan Police meint, alles sei regelgerecht abgelaufen. Trotzdem entschuldigte sich die Polizei für ihre Vorgehensweise bei der Handschellenanlegung und sagte, sie könne aus einer solchen Situation viel lernen.

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