03.07.2020 06:00 |

Günther Apfalter

Standortgarantie für das Magna-Werk in Graz

Nach 13 Jahren verlässt der Grazer Magna-Chef Günther Apfalter die steirische Wahlheimat. Er übernimmt das Steuer des Industrie-Riesen in Europa und Asien. Die „Krone“ hat den Chef von über 80.000 Mitarbeitern zum großen Interview getroffen, in dem er auch eine Standortgarantie für Graz abgegeben hat.

Wie leicht oder schwer ist Ihnen eigentlich der Abschied aus Graz gefallen?
Ich habe dieses Werk 13 Jahre lang operativ geleitet, natürlich spürt man da eine Verbundenheit, und ich werde unser Werk natürlich auch weiter beobachten. Zumal ich mit 1. Juli zwar an Frank Klein übergeben habe, ich aber weiterhin mit ihm zusammenarbeiten werde. Seine Probleme werden also im weitesten Sinn auch meine Probleme sein.

Apropos Probleme, es gibt immer wieder Spekulationen um das Grazer Werk - aktuell hört man, dass 700 Leiharbeiter abgebaut werden sollen.
Ich kann nur noch einmal klarstellen: Wir werden den Standort in Graz sicher nicht schließen! Wir haben hier in schlechten Zeiten 2500 Mitarbeiter gehabt und in sehr guten 13.000 - da wird es also immer wieder Anpassungen geben, weil wir eben auch von unseren Kunden abhängig sind. Aber ich möchte an dieser Stelle einmal festhalten, dass die Belegschaft in Graz über Jahre hinweg einen tollen Job macht.

Aber werden die 700 Leiharbeiter gehen müssen?
In dieser Größenordnung steht aktuell nichts im Raum. Aber wie der Name schon sagt, sind Leiharbeiter geliehene und keine fixen Arbeitskräfte - da wird es immer wieder zu Anpassungen kommen. Im Moment ist ein Abbau in dieser Größenordnung nicht vorgesehen. Die Mercedes-G-Klasse läuft ja gut, und auch bei BMW haben wir wieder den Zwei-Schicht-Betrieb aufgenommen.

Sehr interessiert wird in Graz auch die Situation im Werk in Slowenien beobachtet: Wie sehen jetzt dort die genauen Pläne aus?
Aktuell haben wir das Werk in den Schlafmodus versetzt, könnten es aber jederzeit wieder hochfahren. Und ja, es gibt Pläne für den Vollausbau des Standortes. Allerdings sehen wir Graz und den Standort bei Marburg als einen Produktionsverbund.

Wie sehr wird sich Ihr Arbeitsalltag in Zukunft verändern: Ist in Zeiten des Coronavirus ein Pendeln zwischen Asien und Europa überhaupt möglich?
Derzeit natürlich nicht, ich hoffe aber, dass es im Herbst wieder losgeht. Ich war ja schon bisher alle zwei Monate in Asien - in Zukunft wird es eben einmal pro Monat sein.

Magna betreibt ja allein in China 54 Standorte, darunter auch ein Werk in Wuhan, wo die Corona-Pandemie ausgebrochen war. Läuft dort wieder alles nach Plan?
Unser Werk in Wuhan läuft wieder - wie die anderen auch. Der Markt ist in Asien wieder angesprungen, wie er sich aber in Zukunft entwickeln wird, kann ich Ihnen nicht beantworten.

Viele Experten rechnen damit, dass es heuer allein in Europa eine Überproduktion von zwei Millionen Autos geben wird, die Absatzzahlen sind stark eingebrochen: Was bedeutet das für Magna?
Ich mache keine Vorhersagen und beteilige mich auch nicht an Spekulationen. Wir können dazu erst seriöse Informationen weitergeben, wenn wir sehen, wie sich die Absätze unserer Kunden entwickeln. Die ersten Produzenten haben im März wieder ihre Werke hochgefahren, jetzt kommt im August das traditionelle Sommerloch - richtig interessant wird es dann im Herbst werden.

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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