02.07.2020 09:53 |

68 Neuinfektionen

Anschober: Corona-Ausbrüche „mit Sorge zu sehen“

Es sei durchaus erwartet worden, aber „mit Sorge zu sehen“ - das hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) über die jüngsten regionalen Corona-Ausbrüche vor allem in Oberösterreich gesagt. Dort waren in den letzten Tagen die Infektionen in die Höhe geschnellt. Von Mittwoch auf Donnerstag sanken die Zahlen österreichweit zwar wieder auf 68 Neuinfektionen, das seien Anschober aber erstens immer noch zu viele, zudem seien 42 davon allein auf den bereits identifizierten Cluster in Oberösterreich zurückzuführen. In dem Bundesland wurden Donnerstagfrüh mehr als 230 Erkrankte gemeldet.

Nach dem dreistelligen Zuwachs bei den Corona-Neuinfektionen in Österreich hat sich die Lage von Mittwoch auf Donnerstag „wieder normalisiert. Aber es ist noch immer ein Wert, der mir persönlich zu hoch ist“, sagte Anschober bei einer Pressekonferenz in Wien. Den neuen Fällen stellte er 23 frisch von Covid-19 Genesene gegenüber. Aber auch „in Summe ist eine leichte Steigerung zu erkennen“ - und das sei „nichts, was uns freut".

69 Covid-19-Patienten im Krankenhaus
Mit Stand Donnerstag, 9.30 Uhr, gab es in Österreich 17.941 positive Testergebnisse. 705 Menschen starben an den Folgen des Virus, 16.514 Personen sind wieder genesen. 69 Patienten befinden sich derzeit im Krankenhaus, sieben davon auf der Intensivstation. Nach Oberösterreich mit 42 gab es in Wien binnen 24 Stunden mit 23 die meisten Neuinfektionen. Je eine neu infizierte Person wurde aus dem Burgenland, Kärnten, Salzburg und Tirol gemeldet.

Risiko im Sommer wegen Tourismus und Grenzöffnungen erhöht
Vor allem für den Sommer rechne man mit weiteren Zuspitzungen im regionalen Bereich, so Anschober. Schließlich sei das Risiko in dieser Phase der Öffnungen erhöht - in Österreich gelten seit 1. Juli weitere Lockerungen, zudem steht die Urlaubszeit vor der Tür. Da seien die Behörden gefragt, bei einem regionalen Anstieg diesen rasch wieder einzufangen. Jener in Oberösterreich sei „durchaus beachtlich“, das Land habe mit den Schul- und Kindergartenschließungen in fünf Bezirken aber „konsequent und rasch“ reagiert.

Dass viele Österreicher sorgloser werden, „für alle spürbar“
Drei Punkte würden zum Erfolg führen, wenn es zu einer Zuspitzung von regionalen Corona-Fällen kommt: Dass die Regierung bzw. die lokalen Behörden schnell die Notbremse ziehen, das Funktionieren eines regionalen Kontaktpersonenmanagements und die Unterstützung der Bevölkerung. Da ortet der Minister erneut, dass das Risikobewusstsein in Teilen der Bevölkerung abgenommen habe: „Das war für uns alle sichtbar, spürbar.“ Doch: „Wir brauchen die Bevölkerung, die konsequent ist und die Grundelemente des Schutzes täglich verwendet: Hygienemaßnahmen, Mindestabstand und den Mund-Nasen-Schutz.“

Mund-Nasen-Schutz in vielen Bereichen weiterhin Pflicht
Was den Mund-Nasen-Schutz angeht, so betonte der Minister ein weiteres Mal, dass er in gewissen Bereichen - wie im Gesundheitsbereich oder öffentlichen Verkehr - weiterhin verpflichtend sei. Im Bahnhofsbereich habe es da offenbar „ein Missverständnis“ gegeben, aber: „Auch der Bahnhof zählt dazu.“ Grundsätzlich sei ein MNS dort Pflicht, wo man in geschlossenen Räumen sei und wo ein Mindestabstand von einem Meter nicht immer eingehalten werden kann.

Aber auch etwa im Freien bei Demonstrationen, wenn nicht genügend Abstand gehalten werden kann, ist ein Schutz zu tragen. „Dort ist er Pflicht, ansonsten ist er aber nicht verboten“, so Anschober. In gewissen Situationen mache ein Mund-Nasen-Schutz einfach Sinn.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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