„Lebensgefährlich“

Ist das notwendig? Bei Hochwasser auf Ybbs gesurft

Surfen auf der derzeit Hochwasser führenden und daher reißenden Ybbs im niederösterreichischen Amstetten? Für das Bezirksfeuerwehrkommando Amstetten jedenfalls schwer begreifbare Szenen, wie ein Facebook-Eintrag zeigt. So stellten die Helfer ein Video ins Netz, das einen Mann auf einem Surfboard mitten im reißenden Fluss zeigt. Dazu steht geschrieben: „Viele Einsatzkräfte fragen sich, ob es notwendig ist, bei Hochwasser sein eigenes Leben und das der Einsatzkräfte zu riskieren.“ Nicht zuletzt nach den schweren Unwettern am Wochenende, die sogar ein Todesopfer forderten und den Helfern viel abverlangte, eine nicht unberechtigte Frage.

Das Video zeigt rund eineinhalb Minuten lang den Surfer mitten in der reißenden Ybbs, immer wieder werden auch entwurzelte Bäume dicht an ihm vorbeigetrieben. Gegen Ende verliert der Sportler das Gleichgewicht und stürzt in die Fluten.

„Absperrungen gelten für alle“
Der junge Mann konnte sich aber laut Angaben der Einsatzkräfte ohne fremde Hilfe ans Ufer retten. An dem Vorfall waren laut Feuerwehrsprecher Franz Resperger insgesamt drei junge Burschen beteiligt, die Begleiter des Surfers sind im Video am Ufer im Hintergrund zu sehen. Zwar ging der Vorfall vergleichsweise glimpflich aus, doch warnten die Helfer vor den großen Gefahren derartiger Aktionen. Treibgut und starke Strömung seien lebensgefährlich und könnten tödlich sein. Zudem wies Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Katzengruber darauf hin, dass Absperrungen für alle gelten.

Ähnliche Vorfälle seien den Einsatzkräften nicht unbekannt: So gebe es beispielsweise in der Wachau immer wieder „Hochwassertouristen“, die auf den etwa 15 Zentimeter breiten mobilen Schutzbauten balancierten. Dies sei unverantwortlich gegenüber den Helfern, die sich bei der etwaigen Rettung zusätzlich in große Gefahr begeben müssten, mahnte Resperger.

Unwetter-Tote nach Sturz in Donau
Die Einsatzkräfte der Feuerwehren waren am Wochenende schwer gefordert gewesen. Starkregen hatte in mehreren Regionen zu Überschwemmungen geführt, ein Mann stürzte zudem beim Kraftwerk in Wallsee im Bezirk Amstetten in die Donau. Er konnte zwar aus den Fluten gezogen werden, für ihn kam dennoch jede Hilfe zu spät. Etwa 450 Einsätze galt es am Wochenende insgesamt abzuarbeiten, etwa 2000 Mann standen im Dauereinsatz.

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