22.06.2020 08:20 |

Toter, 450 Einsätze

Starkregen: Bilanz nach dem Unwetterwochenende

Ein Unwetter-Toter, rund zweitausend Helfer der Feuerwehr, Hunderte Einsätze und stellenweise mehr als hundert Liter Wasser pro Quadratmeter - das ist die Bilanz der heftigen und anhaltenden Regenfälle am Wochenende in Niederösterreich. Wie berichtet, wurde das Bundesland besonders heftig vom Unwetter getroffen - besonders der Großraum Wieselburg im Bezirk Scheibbs. Am Montag starteten die Reinigungsarbeiten.

Vor allem im Mostviertel und im Tullnerfeld seien mit teils mehr als hundert Litern pro Quadratmeter Regen innerhalb von zwei Tagen vielerorts mehr als der übliche Monatsniederschlag gefallen, berichtet die Unwetterzentrale am Montag auf ihrer Homepage. Doch auch im Nordburgenland kamen pro Quadratmeter 40 bis 60 Liter zusammen, so Wetterexperte Roland Reiter. Zu 450 Einsätzen von 150 Feuerwehren mit etwa 2000 Mann hatte der Starkregen in Niederösterreich geführt, bilanzierte Franz Resperger vom Landeskommando Montagfrüh.

Mann starb nach Sturz in die Donau
Der Starkregen hatte schwerwiegende Folgen, so starb in Wallsee im niederösterreichischen Bezirk Amstetten am späten Sonntagnachmittag ein Mann, nachdem er aus noch unbekanntem Grund beim Kraftwerk in die Fluten der Donau geraten war. Zwar konnte er aus dem Wasser gerettet werden, Wiederbelebungsversuche sollten jedoch erfolglos bleiben.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr waren jedoch vielerorts schwer gefordert. Etwa 2000 Mann standen am Wochenende im Kampf gegen die Fluten im Einsatz, mehrere Hundert Alarmierungen galt es zu bewältigen. Besonders dramatisch gestaltete sich die Situation schließlich am Sonntag im Großraum Wieselburg. Eine Gewitterzelle ließ innerhalb von nur zwei Stunden sämtliche Bäche, Zubringer der Kleinen Erlauf, Kanäle und Schächte sowie auch ein Rückhaltebecken überlaufen. Ein Bezirksführungsstab wurde in der Folge eingerichtet.

Reinigungsarbeiten gestartet
Bis in die Nacht standen die Helfer der Feuerwehr Wieselburg mit weiteren Kameraden des Bezirks im Einsatz - gegen 2 Uhr früh waren die Aufräumarbeiten an der letzten Einsatzstelle schließlich abgeschlossen, berichteten die Helfer auf Facebook - nach einem Zwölfeinhalb-Stunden-Einsatz. Am Morgen starteten die Reinigungsarbeiten.

Pegelanstieg am Neusiedler See
Doch auch im Nordburgenland kamen pro Quadratmeter 40 bis 60 Liter zusammen, so Wetterexperte Reiter von der Unwetterzentrale. Die großen Regenmengen hatten auch Auswirkungen auf den Pegelstand des Neusiedler Sees. Dort war man zuletzt mit dem niedrigsten Wasserstand seit dem Jahr 1965 konfrontiert. Wie Reiter mitteilte, verzeichneten die Messstationen ein Plus zwischen zwei und teils mehr als zehn Zentimetern. „Der Unterschied lässt sich durch den derzeit vorherrschenden kräftigen Nordwestwind erklären, der das Wasser in den südöstlichen Teil des Sees drückt“, erklärt Reiter. „Auf das langjährige Mittel fehlen aber weiterhin 20 Zentimeter auf den Sollwert“, bremste er zu große Euphorie.

Startet der Sommer nun endlich durch?
Der Wind bleibt jedenfalls auch zu Wochenbeginn im Osten Thema, am Dienstag kann sich vorübergehend in ganz Österreich die Sonne zeigen, es handelt sich allerdings lediglich um einen kurzen Gruß des Sommers. „Ein stabiles Sommerhoch“ sei vorerst nicht in Sicht, so Reiter. Denn bereits am Mittwoch beschert uns das nächste Höhentief Wolken und Schauer von Nordosten her, das sich hartnäckig bis Donnerstag hält. Mehr Glück hat man im Westen und Süden Österreichs, hier können die Temperaturen über die 25-Grad-Marke steigen.

Österreich
Wetterdaten:

Doch einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: „Schenkt man den Mittelfristprognosen Glauben, erwartet uns am kommenden Wochenende im ganzen Land sonniges und sommerlich warmes Wetter mit Höchstwerten teils jenseits der 30-Grad-Marke“, erklärt der Wetterexperte.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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