22.06.2020 14:30 |

Steirische Projekte

Auch der SK Sturm zeigt Rassismus die rote Karte

Vertreter der steirischen Landesregierung, der Stadt Graz, von SK Sturm und der Antidiskriminierungsstelle haben sich gemeinsam zum Kampf gegen Rassismus in der Steiermark bekannt. Der Sport macht einmal den Anfang, weitere Projekte in Bereichen wie Bildung und Verwaltung und im öffentlichen Raum sollen folgen.

Seit dem Tod von George Floyd in den USA ist (Anti-)Rassismus auch in der Steiermark in aller Munde. Gut 10.000 Demonstranten gingen deswegen auf die Straße – und nun hat auch die Politik reagiert: „Es gibt keinen Platz für Rassismus in der Steiermark“, verkündete Soziallandesrätin Doris Kampus bei einem Pressegespräch am Montag. „Wir dürfen nicht so tun, als wäre das bei uns kein Problem.“

Beschimpft, beleidigt, bedroht
Dass auch die Steiermark noch immer ein Problem mit Diskriminierung hat, zeigte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Daniela Grabovac. Laut einer Studie aus 2017 gaben 39 Prozent an, wegen ihrer Hekunft, Religion oder Hautfarbe beschimpft, beleidigt oder bedroht worden zu sein. „Viele fühlen sich in Österreich nicht angenommen“, so Grabovac.

Zitat Icon

Wir sind so sozialisiert, dass wir lieber nicht über Rassismus sprechen wollen. Durch die Demos gibt es mehr Bewusstsein.

Daniela Grabovac, Antidiskriminierungsstelle

Um dem Alltagsrassismus zu entgegnen, will man zunächst im Sport ansetzen. Der SK Sturm Graz plant im Herbst Aktionswochen. „Der Sport ist eine Trägerrakete für Intergation“, meint Sturm-Präsident Christian Jauk. Sportlandesrat Christopher Drexler (ÖVP) pflichtete ihm bei: „Sturm könnte im Kampf gegen Rassismus österreichischer Meister sein.“

Um auch optisch gegen Diskriminierung aufzutreten, hat der aus Mexiko stammende Künstler Enrique Fuentes ein T-Shit mit einem Flügel entworfen. Das sollen die Strum-Kampfmannschaften nun als Zeichen beim Training und Aufwärmen tragen.

Lippenbekenntnisse
In anderen Bereichen bleibt es vorerst bei vagen Lippenbekenntnissen der Landesregierer. Auf eine Aussendung der FPÖ-Landespartei, wonach auch Österreicher diskriminiert würden, regierten die Vertreter übrigens prompt: „Das ist eine weitgehend sinnfreie Erklärung“, so Landesrat Drexler.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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