15.06.2020 23:02 |

„Auf 25.000 senken“

Trump: Teilabzug von US-Soldaten aus Deutschland

Der radikale US-Truppenabzug aus Deutschland ist offenbar beschlossene Sache. Donald Trump kündigte am Montag an, dass er die Zahl der US-Soldaten in Deutschland auf 25.000 senken möchte. Deutschland sei von dem Plan bereits informiert worden, teilte die deutsche Botschafterin in Washington, Emily Haber mit. 

Das Pentagon sei damit beauftragt worden, den Plan durchzuführen, sagte Haber. Derzeit ist das US-Militär mit 52.000 Personen in Deutschland präsent, davon sind aber 17.000 Zivilisten.

Wie schon mehrfach warf Trump Deutschland vor, den NATO-Verpflichtungen nicht nachzukommen und zu wenig in die Verteidigung einzuzahlen. Solange Deutschland nicht mehr ausgeben werde, würden Truppen abgezogen.

Emily Haber sagte in einer ersten Reaktion während einer virtuellen Veranstaltung der Denkfabrik Council on Foreign Relations, die US-Soldaten seien in Deutschland, um die transatlantische Sicherheit zu verteidigen - und nicht Deutschland. Die Zusammenarbeit in militärischen und in Sicherheitsfragen sei immer sehr eng gewesen und werde das auch bleiben.

Vor gut eineinhalb Wochen waren Berichte über die Abzugspläne wieder hochgekocht, nachdem es bereits im vergangenen Jahr Spekulationen über eine Reduzierung der US-Truppen in Deutschland gegeben hatte. Mehrere ranghohe US-Vertreter äußerten sich, etwa ein Beamter, der sagte, die Pläne seien das Ergebnis monatelanger Arbeit der US-Militärführung.

Sie hätten nichts mit Spannungen zwischen Trump und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu tun, die wegen der Corona-Pandemie zunächst ihre Teilnahme an einem ursprünglich vom US-Präsidenten geplanten G-7-Gipfel im Juni in Washington nicht zugesagt hatte.

Mit der Angelegenheit vertraute Personen wiederum hatten erklärt, dass eine Reihe von Mitarbeitern im Weißen Haus, im Außenministerium und im Pentagon von der Entscheidung überrascht gewesen sei. In Deutschland hatten die Berichte über die Pläne umgehend Kritik ausgelöst. Der deutsche Koordinator für transatlantische Beziehungen, Peter Beyer, hatte etwa zu Reuters gesagt, die Reduzierung der US-Truppen würde „die Säulen der transatlantischen Beziehungen erschüttern“.

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