20.05.2020 20:43 |

Thiem-Papa sicher:

„Lockdown Vorteil für Djokovic, Nadal, Federer“

Dominic Thiem hat am Mittwoch in seiner neuen Homebase im 23. Wiener Gemeindebezirk trainiert. Seit Kurzem hat er inmitten der Coronakrise, die das internationale Tennis-Geschehen noch lange zur Untätigkeit zwingt, zumindest wieder ein kleines Ziel. Die Generali Pro Series in der Südstadt, wo es ab 25. Mai gegen österreichische Gegner geht.

„Es hilft uns sehr, wenn so eine Serie in der Südstadt stattfindet, weil du weißt, du kannst wieder auf etwas hintrainieren“, erklärte Vater Wolfgang Thiem, der am Mittwoch als neuer Sportchef des neuen Vereins Austrian Tennis Committee vorgestellt wurde.

„Finanziell sicher ein Nachteil“
Zum aktuellen Stillstand auf der Tour meinte Thiem senior: „Der 15. Juni ist die nächste Deadline. Jetzt habe ich wieder gehört, dass die US Open doch ein Thema sind. Ich persönlich kann mir vorstellen, wenn im September die Sandplatz-Turniere nicht gespielt werden, dass sie dann die ganze Saison abblasen und erst wirklich im Jänner wieder starten“, glaubt der Coach.

Sollte tatsächlich die gesamte restliche Saison, die Mitte März abgebrochen wurde, ausfallen, sei es für Dominic Thiem „finanziell sicher ein Nachteil“. Schwer abzuschätzen ist, wie sich die Tour nach dem langen Lockdown präsentieren wird. „Für Spieler wie für Djokovic, Nadal, Federer, die schon öfters längere Verletzungsphasen gehabt haben, kann es ein Vorteil sein, weil sie auch wissen, wie sie damit umgehen müssen“, glaubt Thiem senior.

Doch unverletzt und ready zu sein, aber nicht zu wissen, wann es weitergeht, sei „für alle komisch“. „Jetzt weiß man nicht, wann geht es wieder los - im Juli, im August oder im Jänner.“

Langzeitpause
Großartig verändern werde die Langzeitpause die Tour nicht, aber: „Wenn einer schlampig ist, kann es schon sein, dass er einen Rückstand aufreißt. Deshalb schauen wir auch bei Dominic und Dennis, dass die ganzen körperlichen Bereiche, zu denen man sonst nie in dem Ausmaß kommt, tipptopp aufbereitet sind“, erzählte Thiem.

Sein Sohn muss seit Beginn der Pause auch auf seinen Hauptcoach Nicolas Massu, der in Chile weilt, und seinen Physiotherapeuten Alex Stober (wohnt in Bayern) verzichten. „Wir schauen, sobald die Grenzen offen sind, dass sie kommen.“

Der Weltranglisten-Dritte Dominic Thiem, der dieses Jahr mit dem Finale bei den Australian Open so gut begonnen hatte, hat derzeit Tennis spezifisch zwei Schwerpunkte. „Wir arbeiten viel an der Rückhandstabilisierung und an den Übergängen zum Netz“, so Vater Thiem. Etwa zweieinhalb Stunden Tennis sowie eine Konditionseinheit stehen aktuell auf dem Tagesprogramm.

krone Sport
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