08.05.2020 22:30 |

Nur wenig Wirkung

Rechnungshof zerpflückt teure Sanierung der U4

Jeder von uns kennt jemanden, der einmal von einer Störung der U4 betroffen war. Und trotz groß angelegter Modernisierung wird sich an der Pannenlinie wenig ändern, sagt der Rechnungshof. Die Sanierung könne „nur einen begrenzten Beitrag“ zur Erhöhung der Zuverlässigkeit leisten, so das Fazit des neuen Berichts.

Nachdem es vermehrt zu Störungen kam, starteten die Wiener Linien 2014 die Modernisierung der U4 um 335 Millionen Euro bis 2024. Doch die Prüfer des Rechnungshofs stellen kein allzu gutes Zeugnis aus. Die Kosten mussten 2018 bereits um 44 Millionen Euro ergänzt werden, da man auf künftige Preissteigerungen vergessen hatte. Bei der Station Stadtpark wurde das Budget von 1,8 Millionen Euro um 23 Prozent überschritten. Vor allem aber werde die Modernisierung nicht die erhoffte Wirkung bei Ausfällen und Verspätungen zeigen.

Modernisierung wird nicht viel an Zuverlässigkeit ändern
Insgesamt waren die Ursachen für die Ausfälle der U4 nur zu 14 Prozent auf die Infrastruktur zurückzuführen. Ergo wird auch die Modernisierung der Infrastruktur nur einen begrenzten Beitrag zur Steigerung der Zuverlässigkeit leisten. „Die Wiener Linien sollten das offen kommunizieren“, so der Rechnungshof. An 51 Prozent der Ausfälle waren Fahrzeuge schuld. „Von den geplanten Investitionen werden nur rund 15 Prozent für die Fahrgäste direkt wahrnehmbar sein.“

Die Wiener Linien widersprechen und verweisen darauf, dass die Sanierung bis 2024 dauert. Immerhin: Obwohl die Zuverlässigkeit der U4 unter dem Durchschnitt aller U-Bahnen liegt, ist das Niveau generell hoch und liegt zwischen 99,65 und 99,95 Prozent.

Maida Dedagic, Kronen Zeitung

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