Tätersuche im Netz

Dieb stahl „wegen Corona“ Konsolenspiele in Serie

Seit fünf Monaten stahl ein 38-jähriger Verdächtiger aus dem oberösterreichischen Bezirk Gmunden eine Vielzahl an Konsolenspielen und mehrere Spielkonsolen aus zwei Elektronikgeschäften. Nach derzeitigem Ermittlungsstand handelt es sich zumindest um 86 Spiele und vier Spielkonsolen, wobei noch diverse Erhebungen ausständig sind, die eine Erhöhung des Schadens erwarten lassen. Das Diebesgut verkaufte er über die Internetplattform willhaben.at und finanzierte sich damit seinen Lebensunterhalt.

Auf die Spur des Beschuldigten kamen Gmundner Polizisten am vergangenen Freitag bei der Erhebung eines räuberischen Diebstahls. Der 38-jährige mutmaßliche Täter hatte in einem Geschäft im SEP Gmunden zwei Konsolenspiele gestohlen, wobei ihn die Filialleiterin beobachtet hatte. Sie forderte ihn auf, mit ihr zu kommen, worauf der Mann meinte, das wäre keine gute Idee, und davonlief. Die Filialleiterin rief einer Mitarbeiterin am Eingang zu, die einen Arm ausstreckte und den Ladendieb aufhalten wollte. Der 38-Jährige stieß die Mitarbeiterin jedoch zur Seite und konnte vorerst flüchten.

Bei der Durchsicht der Videoaufzeichnungen des SEP-Geländes konnte die Flucht des Verdächtigen nachvollzogen werden - ebenso auch zeigte sich, wie er mit einem Auto vom Parkplatz fuhr. Über die Zulassungsdatei war die Identität des Geflüchteten rasch geklärt.

Tätersuche auf „willhaben“
Der Vorfall beschäftigte auch die Filialleiterin, und sie suchte auf der Internetplattform willhaben.at, ob jemand aus dem Raum Gmunden Konsolenspiele zum Verkauf anbietet. Dabei stieß sie tatsächlich auf den 38-jährigen Verdächtigen. Weitere Informationen besorgte sie sich von Facebook und übergab ihre Erkenntnisse den ermittelnden Polizisten.

Der Verdächtige war bei der Befragung sofort umfassend geständig und gab neben den Ladendiebstählen auch einen Einbruchsversuch in ein Elektrogeschäft am 30. März sowie einen vollendeten Einbruch in dasselbe Geschäft am 17. April zu.

In der Wohnung des Beschuldigten wurden zahlreiche Postversandbelege seit Mitte Jänner 2020 sowie 17 Konsolenspiele sichergestellt.

Preise sprunghaft angestiegen
In der Befragung gab der 38-Jährige an, die Nachfrage nach Spielkonsolen und Konsolenspiele sei seit der Corona-Krise sprunghaft angestiegen. Auf Internetplattformen würden Spielekonsolen um 900 Euro zum Verkauf angeboten, die einen Neupreis von 400 Euro haben. Weil die Elektro-Geschäfte aufgrund der Covid-19-Maßnahmen schließen mussten, konnte er keine Ladendiebstähle begehen, und er versuchte daher, am 30. März in das Elektrogeschäft in Gmunden einzubrechen. Als die Alarmanlage auslöste, lief er davon.

In Untersuchungshaft
Am 17. April brach er um 3 Uhr erneut in das Geschäft ein und stahl trotz Alarmauslösung Spiele und Konsolen. Laut den sichergestellten Versandbelegen hatte der Beschuldigte bis 11 Uhr desselben Tages bereits 19 Konsolenspiele versendet. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wels wurde der 38-Jährige festgenommen und in die Justizanstalt Wels eingeliefert.

 OÖ-Krone
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Mittwoch, 21. April 2021
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