15.04.2020 11:59 |

krone.at-Kolumne

100 Tage Türkis-Grün: Eine erste Bilanz

Zeit zum Einleben hatte diese Regierung nicht: Gleich zu Beginn der türkis-grünen Regierungsperiode war sie mit der Corona-Krise konfrontiert. Das ist kein leichter Einstand. Dennoch haben Kurz, Kogler & Co. die ersten 100 Tage solide gearbeitet. Die Umfragewerte bestätigen das.

Traditionell werden einer Regierung nach der Angelobung 100 Tage Arbeitszeit gegeben, bevor der Welpenschutz endet und die erste Bilanz gezogen wird. Dieser Tag ist heute. Und es ist einer, der Türkis-Grün keinen Grund zur Furcht geben wird. Denn in einer Zeit, in der man vieles falsch machen kann, haben sie vieles sehr richtig gemacht.

Dass es nämlich auch anders gehen kann, zeigen die Bilder und Zahlen aus Italien, Spanien und den USA. Anfängliche Verharmlosungen, ein zu zögerliches Handeln oder das Priorisieren von wirtschaftlichen Interessen hat in diesen Ländern fatale und letztendlich auch letale Folgen mit sich gebracht. Angesichts der Negativ-Beispiele ist das Sudern über die vielleicht zu martialische Kommunikation oder die türkis-grüne Kriseninszenierung ein Jammern auf hohem Niveau. Wir sollten glücklich sein, dass die Situation in Österreich insgesamt eine andere ist.

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Verfehlungen in Tirol: Es hätte klare Worte gebraucht
Natürlich bedeutet auch die Corona-Krise nicht, dass man alles ohne Widerspruch gutheißen muss. Zwar haben die Vorfälle in Tirol nur bedingt etwas mit der Bundesregierung zu tun, ein klares, mahnendes Wort aus dieser Richtung wäre dennoch richtig und wichtig gewesen. Denn so absurd das auch klingen mag: Gerade das Aussprechen von möglichen Verfehlungen macht einen guten Krisenmanager aus. Und als solcher möchte sich ja schließlich gerade der Bundeskanzler positionieren.

Wie hätte Türkis-Blau die Corona-Krise gemeistert?
Auch Kritik an der einen oder anderen Maßnahme ist legitim. Dass nun aber ausgerechnet in dieser schlimmen Krise Teile der Opposition ausrücken, um das berühmte Haar in der Suppe zu finden, ist lächerlich. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wenn der ehemalige Koalitionspartner, die FPÖ, nun mit beleidigter Schnute moniert, dass Kurz & Co. „etliche Ideen“ der Freiheitlichen übernommen hätten, wirft das weniger ein schlechtes Licht auf die Bundesregierung als auf den Fingerzeiger selbst. Dieser Schuss ging nach hinten los.

Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für Gesudere
Auch die Bevölkerung scheint mit der Arbeit der türkis-grünen Regierung insgesamt zufrieden zu sein. Ihre Umfragewerte schießen aktuell durch die Decke: Die ÖVP kratzt an der Absoluten und Bundeskanzler wie Minister legen in der Vertrauensfrage stetig zu. Dieses Zufriedenheits-Hoch sollte man ihr auch vorerst lassen. Es wird mit Sicherheit auch wieder Momente geben, in denen haltlose Kritik über Kommunikationsstil, Message Control & Co. angebracht ist. Jetzt ist aber nicht der richtige Zeitpunkt dafür.

Katia Wagner, krone.at

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