Zwei Szenarien ab Mai

Neustart vertagt: Deutsche planen Geisterspiele

Fußball International
31.03.2020 15:31

In den beiden höchsten deutschen Fußball-Bundesligen wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie mindestens bis zum 30. April kein Ball rollen. Das haben die 36 Profi-Clubs am Dienstag im Rahmen einer virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf Empfehlung des DFL-Präsidiums beschlossen. Ob der Spielbetrieb im Mai fortgesetzt werden kann, ist noch völlig offen. Aber die Botschaft des Treffens ist klar: Die Saison 2019/2020 soll zu Ende gespielt werden - und sei es mit Geisterspielen.

In Deutschland gelten aufgrund der Pandemie zahlreiche Einschränkungen im öffentlichen Leben, die auch über den April hinaus Bestand haben könnten. Wenn überhaupt, dann werden die verbleibenden 163 Partien in den höchsten beiden Spielklassen wohl als Geisterspiele ausgetragen. Das Konzept für den Neustart muss von der Politik und den Gesundheitsämtern mitgetragen werden.

(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Kein Mannschaftstraining
„Zuallererst, und das ist nach wie vor keine Frage, geht es um die Kontrolle der Ausbreitung des Virus und insbesondere um den Schutz von Risikogruppen“, betonte DFL-Chef Christian Seifert am Dienstag. „Das bleibt auch noch einige Zeit so.“ Es werde aber mit „Hochdruck“ daran gearbeitet, „wie wir nach dieser Krise wieder aufstehen und weiterarbeiten können“.

Die Mitgliederversammlung traf dazu vier „wesentliche Entscheidungen“. Neben der Aussetzung des Spielbetriebes soll bis zum 5. April das Mannschaftstraining unterbleiben. „Gleichzeitig entwickeln wir für alle 36 Standorte des Profifußballs Produktionskonzepte dafür, wie sich mit geringstmöglichem Personaleinsatz vorübergehend auch Spiele ohne Anwesenheit von Zuschauern durchführen lassen“, sagte Seifert. Zudem wurde eine medizinische Taskforce eingerichtet und ein „weiteres Bündel an Maßnahmen“ beschlossen, das die Clubs beim Lizenzierungsverfahren entlasten soll.

DFL-Boss Christian Seifert (Bild: AFP)
DFL-Boss Christian Seifert

Saison-Abbruch wäre großer Schaden
Der zumindest einigermaßen reguläre Saisonabschluss ist für viele Vereine von existenzieller Bedeutung - wird die Spielzeit 2019/20 abgebrochen, droht der Bundesliga ein finanzieller Verlust in Höhe von rund 750 Millionen Euro. Zahlreiche Spieler hatten sich bereits zum Gehaltsverzicht bereit erklärt, in den unteren Ligen ist Kurzarbeit für die Mitarbeiter längst ein Thema. Im Fußball-Geschäft in Deutschland werden in Summe mehrere Zehntausend Menschen beschäftigt. Deshalb soll es schon bald wieder losgehen. 

Zwei Szenarien
Laut Informationen der deutschen „Bild“-Zeitung gibt es angeblich zwei Szenarien für den Liga-Neustart: Entweder am ersten Mai-Wochenende (1.-3. Mai) oder eine Woche später (8.-10. Mai). Zuschauer werden in dieser Saison aber wohl nicht mehr zugelassen. Das Saisonende wäre in beiden Fällen mit Geisterspielen für den 21. Juni geplant. Anschließend sollen die Relegationsspiele sowie die europäischen Finals ausgetragen werden.

(Bild: AFP)

Dies hängt aber auch von den Plänen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ab. Sowohl die Champions League als auch die Europa League stecken derzeit im Achtelfinale fest. Dazu kommen offene Länderspiel-Termine. Die UEFA will sich am Mittwoch mit ihren 55 Mitgliedsverbänden beraten, möglicherweise wird auch ein Zeitplan vorgestellt. Darüber hinaus müssen sich Fußball-Bosse mit den weiteren Auswirkungen der Pandemie beschäftigen, etwa mit rechtlichen Fragen bei eigentlich am 30. Juni auslaufenden Verträgen oder längst ausgehandelten Transfers zum 1. Juli.

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(Bild: KMM)



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