Coronavirus in OÖ:

Länger beim Bundesheer: „Wir werden gebraucht“

Etwa 450 Grundwehrdiener aus OÖ sind nun gezwungen, ihre Dienstzeit um zwei Monate zu verlängern. Die „Krone“ sprach mit Betroffenen.

Die aus Anlass der Corona-Pandemie von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner verkündete zweimonatige Abrüstungssperre für Grundwehrdiener trifft auch 450 Oberösterreicher, die am 1. Oktober 2019 einberufen wurden. Sie sollen mithelfen, die Versorgungssicherheit in der aktuellen Krise zu gewährleisten.

Bei der ABC-Abwehrkompanie in Hörsching
Matthias Skrzipek (18) aus Pregarten und Christoph Jobst (18) aus Linz sind von der Sondermaßnahme betroffen. Beide verrichten bei der ABC-Abwehrkompanie in Hörsching ihren Dienst. Skrzipek beim Rette- und Bergezug, Jobst beim Dekontaminationszug - ursprünglich hätten sie am 31. März abrüsten dürfen.

Verständnis
Verständnis für Einsatz„In einer Ausnahmesituation wie dieser ist es logisch, dass man auf eingespielte Teams zurückgreift und wir unseren Dienst fortsetzen“, sagt Jobst, Maturant des Europagymnasiums Linz-Auhof. Im Herbst wird er ein Studium beginnen, die zusätzlichen Wehrdienstmonate bringen seine Zukunftspläne nicht allzu sehr durcheinander. „Ich hatte zwar vor, nach dem Abrüsten den praktischen Teil des B-Führerscheins zu absolvieren, doch ich sehe ein, dass diese Aufgabe jetzt wichtiger ist.“

„Gelassen reagiert“
Der Maurer Matthias Skrzipek sieht das ähnlich: „Mein Dienstgeber ist informiert, er hat darauf gelassen reagiert.“ Weniger Freude hat seine Freundin: „Sie war nicht sonderlich begeistert.“

Auch Heeressportler im Einsatz
Im Einsatz sind seit Montag auch ein Dutzend OÖ-Heeressportler um Turner Severin Kranzlmüller und Schwimmerin Cornelia Pammer. Vorerst bis heute müssen sie im Hofer-Zentrallager in Sattledt Paletten schlichten. Ein Ansuchen für eine Verlängerung des Einsatzes wurde aber bereits gestellt. „Es ist eine große Umstellung, aber es ist ein befriedigendes Gefühl und eine neue Erfahrung, anderen zu helfen“, sagt Kranzlmüller.

J. Pachner, D. Lemberger, Kronen Zeitung

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Dienstag, 31. März 2020
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