05.03.2020 09:00 |

Tier-Krematorium

Haustier-Einäscherung demnächst in Tirol möglich

Die „Kleintierbestattung Tirol“ in Schwoich zieht bald um – in Itter soll noch dieses Frühjahr das erste Tierkrematorium Westösterreichs errichtet werden, komplettiert mit Büroräumlichkeiten. Etwa eine halbe Million Euro wurden in das Vorhaben investiert, großteils in eine der modernsten Filteranlagen Europas.

Was passiert nach dem Ableben eines geliebten Haustieres? Trotz des unangenehmen Beigeschmacks dieser Frage sollte man sich damit beschäftigen, rät Tierbestatter Reinhold Strasser: „Das Vergraben im eigenen Garten ist nur erlaubt, wenn man es ins Grundbuch eintragen lässt.“ Bei der Tierkörperverwertung könne man sich nie sicher sein, was im Endeffekt mit der Leiche des Haustiers passiert. Übrig bleibt die Einäscherung.

Bei der Ausstattung keine Kosten gescheut
Im ersten Moment werden mit einem Krematorium oft negative Gedanken verbunden: Als Strasser mit seinem Geschäftspartner Jürgen Schedler das Bauvorhaben in Itter im September 2019 auf Schiene brachte, waren die Anrainer der Idee eher abgeneigt.

Doch Schedler betont, dass keine Kosten gescheut wurden: „Wir haben eine der modernsten Filteranlagen Europas für etwa 350.000 Euro angeschafft.“ Vor allem, als zum ersten Mal Rauch aufstieg – die Anlage befindet sich derzeit im Probebetrieb – gab es Aufregung. „Aber das ist nur Wasserdampf“, beruhigt Schedler. Trotz der strengen Auflagen des Landes habe man sich bemüht, diese sogar zu übertreffen.

Insgesamt investieren die beiden etwa eine halbe Million Euro. Zur Ausstattung zählen zusätzlich eine Kühlzelle, eine Aufbereitungsanlage für die Asche, Büros und eine Reinigungsschleuse. Laut Strasser haben sich bereits viele Tierärzte für das Krematorium ausgesprochen – die nächstgelegenen befinden sich nämlich in München und in Bozen. Strasser sah den Bedarf nicht nur in Tirol: „Es gibt schon Interessenten aus Kärnten und Salzburg.“ Jeder, der sich selbst ein Bild machen möchte, kann an einer Führung teilnehmen.

Vor dem Ende noch einmal verabschieden
Die Kosten ergeben sich aus Abholung, Urne und Kremierung. Letztere liegt preislich im Bereich von etwa 60 bis 400 Euro, je nachdem, ob eine Einzel- oder Sammelkremierung gewählt wird. Auch das Gewicht des Tieres spielt eine Rolle.

Wer seinen Liebling ganz bis zum Ende begleiten möchte, für den gibt es einen eigenen Verabschiedungsraum: Das Tier kann noch einmal gestreichelt werden, ein Glasfenster ermöglicht die Sicht auf die Einäscherung. Die Haustierbesitzer können dann die ganze Zeit über im Krematorium bleiben. Der persönliche Kontakt ist Strasser wichtig: „Tiere sind für viele wie Familienmitglieder, die meisten Besitzer sind bei einem Todesfall sehr betroffen. Da nehme ich mir die Zeit, ihnen zuzuhören.“

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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