20.07.2010 15:42 |

Eklat bei "AIDS 2010"

Etliche Prostituierte stürmen Aids-Pressekonferenz

Zu einem Eklat ist es am Dienstag bei der Internationalen Aids-Konferenz in Wien gekommen: Prostituierte stürmten ein Pressegespräch mit Eric Goosby, dem Aids-Koordinator der USA, und skandierten: "Goosby tötet Sexarbeiter." Der geschockte US-Repräsentant flüchtete, flankiert von seinen Leibwächtern, durch den Hinterausgang. Grund für die Attacke: das HIV-Programm PEPFAR.

Mit dem milliardenschweren PEPFAR (President's Emergency Plan for Aids Relief), 2002 vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush ins Leben gerufen, wurde unter anderem ein Fokus auf HIV-Prävention gelegt und die multilaterale Koordinierung verstärkt.

"Anti-Prostitution Pledge"
Zugleich wird von NGOs, welche die öffentlichen Gelder in Anspruch nehmen wollen, verlangt, eine Haltung gegen Prostitution und Menschenhandel einzunehmen. Diese sogenannte "Anti-Prostitution Pledge" wurde 2003 initiiert - zunächst für ausländische Organisationen, seit 2005 auch für US-Initiativen. Eric Goosby war für das Projekt mitverantwortlich.

"Wir sind keine Tiere"
Die Demonstranten trugen am Dienstag Schilder mit der Aufschrift "PEPFAR kills People". "Wir fordern Rechte - wir wollen nicht euer Geld", skandierte eine aus Nigeria stammende Demonstrantin, begleitet vom Chor der Kollegen: "Die Rechte von Sexarbeitern sind Menschenrechte." Sexarbeit sei eine Arbeit, weshalb das Verhalten der US-Regierung eine Schande sei: "Wir sind keine Tiere."

Nachdem die Aktivisten nach wenigen Minuten den Saal wieder verlassen hatten, wurde die Pressekonferenz, deren Thema die männliche Beschneidung war, wieder aufgenommen - allerdings ohne Eric Goosby.

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