17.07.2010 09:58 |

Urlauberverkehr

Blockabfertigung und 24 km Stau vor dem Tauerntunnel

Der Ferienbeginn im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hat am Samstag zu einem 24 Kilometer langen Stau auf der Tauernautobahn (A10) geführt. Die Wartezeit vor dem Tauerntunnel dauerte rund dreieinhalb Stunden. Die Reisenden mussten bei knapp 30 Grad Mittagshitze viel Geduld und Nervenstärke aufweisen. Bereits kurz vor 4 Uhr war die Blockabfertigung vor dem Nordportal aktiviert worden.

Gegen 6 Uhr reichte die Kolonne bereits zehn Kilometer weit zurück. Die Urlauber mussten schon im Morgengrauen Wartezeiten von bis zu zwei Stunden einplanen. Gegen 9.30 Uhr reichte der Stau dann etwa 20 Kilometer bis zum Reittunnel vor dem Knoten Pongau zurück, berichtete Gerhard Koch vom ÖAMTC. Die Autofahrer hatten dort noch die Möglichkeit, von der A10 abzufahren und über das Gasteinertal und die ÖBB-Tauernschleuse Böckstein-Mallnitz auszuweichen oder den Stau über den Felbertauern (B108) zu umfahren.

Stau schon bei der Anfahrt zum Stau
Schon die Anfahrt aus Deutschland ging nur langsam voran. Auf bis zu 30 Kilometern stockte der Verkehr auf der Autobahn Frankfurt-München (A3). Eine 20 Kilometer lange Blechlawine bildete sich dann auf der Autobahn München-Salzburg (A8) zwischen Bad Aibling und Frasdorf. Nur wenige Kilometer nach der Grenze rollten die Fahrzeuge im Salzburger Tennengau wegen einer Baustelle in Kuchl ebenfalls nur mehr "stopp and go".

Blockabfertigung auch Richtung Norden
Stauberater standen den Wartenden mit Rat und Tat zur Seite und verteilten kühle Getränke. Einige Urlauber vertrieben sich die Langweile trotz der Hitze - laut Wetterdienststelle Salzburg hatte es in Radstadt im Pongau zu Mittag 29,4 Grad - mit Gymnastik und Ballspielen. Ab den Mittagstunden kam auch der Rückreiseverkehr in Fahrt. Um 12.40 Uhr wurde vor dem Südportal des Tauerntunnels im Lungau Blockabfertigung verhängt. Um 14 Uhr betrug der Rückstau drei Kilometer.

Ungeduldige Autofahrer ließen beim ÖAMTC die Telefone heiß laufen: Sie hinterfragten die Sinnhaftigkeit der Anhaltung vor dem Tauerntunnel. "Der Nutzen dieser Regelung rechtfertigt die Maßnahme. Blockabfertigung wird ab einer Verkehrsdichte von 900 bis 1.200 Fahrzeugen verhängt. Im Wesentlichen werden drei Ziele verfolgt: Die Staugefahr im Tunnel wird minimiert, die Unfallgefahr damit reduziert und die Luftqualität im Tunnel verbessert", erklärte eine Mitarbeiterin des ÖAMTC.

Stau gehört bald der Vergangenheit an
Wie die Aufzeichnungen des Autofahrerclubs zeigten, würden die meisten Unfälle in Tunnels mit Gegenverkehr im Bereich des Portals und dem Abschnitt davor passieren, wo der Richtungsverkehr in den Gegenverkehr geleitet wird. Ab Juni 2011 werden alle zwei Röhren des Tauerntunnels für den Verkehr freigegeben. Dann sollen die kilometerlangen Staus zur Sommerreisezeit endlich der Vergangenheit angehören. Die Blockabfertigung wird laut ÖAMTC dann nur mehr bei extremer Verkehrsüberlastung aktiviert werden.

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