21.02.2020 07:00 |

Aus Lawine befreit

Wanderer (20) überlebt eisige Nacht in Schneehöhle

Diese Nacht wird ein 20-jähriger Schneeschuhwanderer aus Deutschland kaum vergessen: Der junge Mann musste von Mittwoch auf Donnerstag unter der Lamsenspitze im Karwendel in Tirol ein Notbiwak errichten und auf Hilfe warten. Zuvor hatte ihn ein Schneebrett erfasst. Der Polizeihubschrauber Libelle barg ihn unverletzt.

Der 20-Jährige war am Montag in Leutasch alleine zu einer Durchquerung des Wettersteingebirges bzw. Karwendels gestartet. Die erste Nacht verbrachte der junge Mann in der Arnspitzhütte (1930 m), ehe er am Dienstag nach Scharnitz abstieg und durch das Karwendeltal zum Karwendelhaus (1771 m) weiterwanderte, wo er im Winterraum übernachtete. Das nächste angepeilte Ziel, die Lamsenjochhütte (1953 m), blieb für den Schneeschuhwanderer, der mit GPS-Gerät unterwegs war, dann unerreicht.

Abschüssiges Gelände
Vor dem 20-Jährigen stand am Mittwoch die heikle Passage vom Westlichen Lamsenjoch zum gleichnamigen Schutzhaus. Er folgte dem Sommerweg, der abschüssiges, felsdurchsetztes Gelände quert. Dabei löste sich, wie der junge Mann gegenüber der Polizei angab, ein etwa zehn Meter breites und ebenso langes Schneebrett. Die Lawine riss den Deutschen mit und verschüttete ihn. Dem Wanderer gelang es, sich selbst zu befreien, weiter traute er sich aber freilich nicht mehr.

Rettende Schneehöhle
„Er hat sich neben einem Baum eine Schneehöhle gegraben, in der er die Nacht auf Donnerstag verbrachte“, informiert ein ermittelnder Polizist. Dank guter Ausrüstung – unter anderem Biwak- und Schlafsack – überstand er die heiklen Stunden trotz eisiger Temperaturen gesundheitlich problemlos. Am Donnerstagmorgen setzte er dann einen Notruf ab. Das Team des Polizeihubschraubers Libelle Tirol barg den Unverletzten gegen 7 Uhr mit dem Tau und brachte ihn nach Scharnitz. Von dort konnte er selbstständig mit dem Pkw die Heimreise antreten. Warum er erst am Morgen Hilfe alarmierte, ist nicht bekannt.

Gut möglich, dass dem Geretteten eine saftige Rechnung ins Haus flattert.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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