19.02.2020 11:35 |

Angst vor Coronavirus

Russland lässt keine Chinesen mehr einreisen

Aus Sorge vor einer Einschleppung des gefährlichen Coronavirus SARS-CoV-2, das in China bereits mehr als 2000 Tote gefordert hat, hat Russland nun eine zeitweise Einreisesperre für Chinesen verhängt. Betroffen seien von diesem Donnerstag an alle geplanten Einreisen zum Arbeiten oder für touristische und Studienzwecke, heißt es in einer Verfügung von Regierungschef Michail Mischustin. Offiziell ist in Russland keine akute Infektion mit SARS-CoV-2 bekannt.

Russische Medien bezeichneten den ungewöhnlichen Schritt eines solchen „Totalverbots“ am Mittwoch als beispiellos. Das Verbot gilt nur für chinesische Staatsbürger, nicht für andere aus China kommende Reisende, wie die Zeitung „Kommersant“ berichtete.

Arbeitskräfte im Osten könnten knapp werden
Allein 2019 reisten 2,3 Millionen Chinesen nach Russland ein, wie das Blatt nach Angaben des Inlandsgeheimdiensts FSB schrieb, der für den Grenzschutz zuständig ist. Arbeitgeber im Osten Russlands befürchten dem Bericht zufolge nun, dass die Arbeitskräfte knapp werden könnten. In der Region arbeiten viele Chinesen im Bau und in der Landwirtschaft.

Offiziell ist in Russland keine akute Infektion mit SARS-CoV-2 bekannt. Zwei Chinesen gelten als geheilt von Covid-19, der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit. Auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ (Bild unten) in Japan gibt es nach offiziellen Angaben ein infiziertes russisches Ehepaar.

Dauer des Einreisestopps vorerst noch unklar
Erlaubt sind für Chinesen demnach nur noch Transitreisen über den Moskauer Flughafen Scheremetjewo. Zur Dauer des Einreisestopps gab es bislang keine Angaben. Russland hatte zuletzt schon seine Grenzen weitgehend geschlossen. Allerdings war für Chinesen die Einreise noch am Airport Scheremetjewo möglich gewesen. Dort wurde nach Angaben der russische Aufsichtsbehörde für Konsumentenschutz und Gesundheitsschutz, Rospotrebnadsor, ein Terminal mit Labor für die Kontrolle chinesischer Reisender reserviert.

14.000 Chinesen unter medizinischer Beobachtung
Rospotrebnadsor teilte am Mittwoch mit, dass gegenwärtig in Russland mehr als 14.000 Chinesen unter medizinischer Beobachtung stünden. Damit ist gemeint, dass sie nach der Einreise zunächst medizinisch untersucht wurden. Ihre Namen wurden dann an die Meldebehörden an ihrem russischen Aufenthaltsort übermittelt mit dem Auftrag, sich dort beim Arzt vorzustellen.

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