Österreich hatte im Jahr 2024 weniger CO2 ausgestoßen. Die Klimabilanz des Umweltbundesamtes zeigt: Maßnahmen wirken. Doch 2025 kam der Dämpfer. Ein Lichtblick: E-Autos als „wesentlicher Faktor“.
Die gute Nachricht zuerst: Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase war im Jahr 2024 um drei Prozent gesunken. Das entspricht zwei Millionen Tonnen CO2 weniger als noch im Jahr 2023. Insgesamt lag die Emissionsmenge bei 66,6 Millionen Tonnen.
Der Rückgang zog sich dabei durch alle Bereiche: Verkehr, Industrie, Energie, Gebäude, Landwirtschaft. Gründe dafür gab es mehrere. Ein mildes Jahr mit weniger Heizbedarf, eine schwächelnde Konjunktur, aber auch gezielte Umweltmaßnahmen, die offensichtlich endlich greifen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, der Umstieg von Öl- und Gasheizungen sowie der Boom bei E-Autos zeigen Wirkung.
Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig sieht sich bestätigt: „Die Zahlen zeigen klar: Der Ausbau erneuerbarer Energien und unsere Klimaschutzmaßnahmen wirken. Mit mehr sauberer und leistbarer Energie senken wir den CO2-Ausstoß und stärken gleichzeitig den Wirtschaftsstandort.“
Aber: 2025 wieder mehr Emissionen
Jetzt die schlechte Nachricht. Für 2025 rechnet das Umweltbundesamt erstmals wieder mit einem leichten Anstieg der Emissionen um rund 1,5 Prozent. Der Grund liegt demnach aber nicht im Verkehr, sondern beim Strom. Wegen niedriger Wasserstände lieferten Wasserkraftwerke deutlich weniger Energie. Rund ein Viertel weniger Strom aus Laufkraftwerken musste so durch Gaskraftwerke und Importe ausgeglichen werden.
Klimaschutz gelingt mit Innovation, Fortschritt und grünem Wachstum. Diesen Weg sollten wir konsequent weitergehen.

Norbert Totschnig, Umweltminister
Bild: APA/ROLAND SCHLAGER
Totschnig warnt dennoch nicht, sondern setzt auf „Kurs halten“: „Das zeigt, wie wichtig es ist, unsere Energieversorgung unabhängiger zu machen. Wir brauchen noch mehr erneuerbare, heimische Energie – für Haushalte und für die Industrie.“
Hoffnungsträger Verkehr: E-Autos legen zu
Ein Lichtblick bleibt immerhin der Verkehr. Hier gingen die Emissionen weiter zurück, laut Ministerium vor allem dank der E-Mobilität. Allein 2025 wurden in Österreich 60.651 neue E-Autos zugelassen. Das sind über 21 Prozent aller Neuwagen – ein sattes Plus von 35,9 Prozent.
Die Richtung stimme: Österreich habe beim Klimaschutz viel erreicht – vom Wasserkraft-Ausbau bis zur E-Mobilität. Doch Klima, Wetter und Wirtschaft bleiben Unsicherheitsfaktoren. Oder wie Totschnig es formuliert:„Klimaschutz gelingt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Innovation, Fortschritt und einem grünen Wachstum, das allen nützt. Diesen Weg sollten wir konsequent weitergehen“.
Die andere Seite
Die Umweltorganisation Greenpeace sieht das Ergebnis der Bilanz weniger gelassen und schlägt Alarm: Österreich sei beim Klimaschutz „auf dem Holzweg“. Greenpeace warnt, dass die Treibhausgasemissionen 2025 wieder gestiegen sind und damit erstmals EU-Grenzwerte überschritten wurden. Die Organisation fordert von Totschnig rasch zusätzliche Maßnahmen, allen voran ein verbindliches Klimagesetz, den konsequenten Ausstieg aus Öl und Gas sowie das Ende klimaschädlicher Subventionen wie dem Dienstwagenprivileg.
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