12.02.2020 07:00 |

Warten auf Zentren

Heimische Ordinationen brauchen Nachfolger

Überfüllte Spitäler, leer stehende Arztpraxen: Seit Jahren warnen Ärztekammer und Krankenkasse vor einem Kollaps der medizinischen Versorgung. Sechs Kassenstellen sind aktuell in Kärnten ausgeschrieben, drei davon unbesetzt. Um langfristigen Engpass zu vermeiden, sind jetzt vier Versorgungszentren im Aufbau.

„Andere Bundesländer haben mehr Probleme“, das ist die gute Nachricht von Johann Lintner, dem Leiter der Landesstelle der Gesundheitskasse. Aber auch in Kärnten gebe es Problemzonen: Schon länger wird ein Allgemeinmediziner in St. Lorenzen im Lesachtal gesucht; sowie je ein Augenarzt in Spittal und Eberndorf. Lintner bleibt dennoch Optimist: „Es melden sich immer wieder neue Bewerber. Im Moment müssen wir um die Versorgung im Lesachtal nicht zittern.“

Zusätzlich wird der Aufbau der Primärversorgungseinheiten (PVE) vorangetrieben. In diesen Zentren sollen mehrere Mediziner die Versorgung einer Region abdecken. Gleichzeitig werden damit Spitäler entlastet. Im Herbst wird – wie berichtet – das erste Zentrum in Klagenfurt-Annabichl eröffnet. Lintner: „Es ist bereits alles auf Schiene.“

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Wenn das erste Zentrum in Klagenfurt gut funktioniert, werden sich auch Ärzte in anderen Regionen in Kärnten drübertrauen.

Johann Lintner, Leiter der Gesundheitskasse in Kärnten

Das zweite dürfte in Völkermarkt folgen - in der neuen Außenstelle der Krankenkasse. Lintner: „Es würde sich gut anbieten, da es hier kein Spital in der Nähe gibt.“ Weitere Zentren sind in Wolfsberg und Villach in Vorbereitung. Aus Friesach wird aber vorerst nichts. „Es konnte keine Einigung mit örtlichen Ärzten gefunden werden. Das ist zu akzeptieren.“

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf
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