Schwierige Adoption

Eltern meiden Kontakt zu Findelkind Jonathan

Mehr als sechs Wochen ist es her, dass Baby Jonathan wimmernd auf der Türmatte eines Ehepaars im oberösterreichischen Lichtenberg lag – und immer noch haben die leiblichen Eltern keine Anstalten gemacht, ihr Kind wiederzusehen. Das Pärchen aus dem Drogenmilieu ist untergetaucht, eine Adoption derzeit aus rechtlichen Gründen kaum möglich.

Das Findelkind ist weiter bei Krisenpflegeeltern untergebracht. Es soll bald zu Adoptionseltern kommen. Unsere Kollegen von der Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung haben mehrfach versucht, Kontakt zu den leiblichen Eltern herzustellen. Das erwies sich aber als schwierig“, erklärt Referatsleiter Karl Heuberger von der Kinder- und Jugendwohlfahrt: „Von ihnen sind nur Telefonnummern bekannt, aber keine Adressen. Bisher war eine Kontaktaufnahme unmöglich.“

Die Eltern wurden dank DNA-Test ausgeforscht. Beide sind wegen Drogen amtsbekannt. Baby Jonathan musste in seinen ersten Lebenstagen einen Entzug durchmachen.

Doch wie geht es nun weiter? Heuberger: „Derzeit haben wir die Obsorge. Die nächsten Schritte finden bei Gericht statt. Wir müssen amtlich die Mutter- und Vaterschaft feststellen lassen.“ Jonathan hat bisher keine Geburtsurkunde. Für eine Adoption braucht es eine Zustimmung der leiblichen Eltern. Das Gericht kann allerdings in berechtigten Fällen die Zustimmung quasi ersetzen.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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Montag, 21. September 2020
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