27.01.2020 18:30 |

Genossen geeint

100 Prozent Zustimmung für SPÖ-Chef Anton Lang

Der steirische SPÖ-Landesparteivorstand hat am Montag Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang mit 100 Prozent Zustimmung zum neuen Landesparteivorsitzenden gewählt. Den Posten hatte interimsmäßig Jörg Leichtfried nach dem Abgang von Michael Schickhofer inne. Nun übernimmt Lang offiziell und will beim Parteitag in der ersten Maihälfte in seiner Heimat Leoben auch von den Delegierten möglichst viel Zustimmung bekommen.

Lang und Landesgeschäftsführer Günter Pirker zeigten sich nach der Vorstandssitzung und speziell nach dem Wahlsieg im Burgenland äußerst entspannt. Pirker betonte, dass Lang in geheimer Abstimmung von 100 Prozent als Vorsitzender bestimmt wurde. Nun stünden Gemeinderats- und Wirtschaftskammer-Wahlen an. Leichtfried selbst war zur Staffelübergabe nicht da, denn er fiel krankheitsbedingt aus.

Max Lercher wird einbezogen
Lang kündigte an, sein Programm bis zum Parteitag im Mai auszuarbeiten und meinte auch, dass es „vielleicht anders als bisher“ sein werde. Er wolle „mehr in die Bevölkerung reinhören“ und stehe für „pragmatische Politik“. Max Lercher stehe als reformfreudiger Genosse an seiner Seite und bringe Erfahrung ein. Weiters will Lang die Jugend mehr einbeziehen.

„Werde nicht Parteispitze angreifen“
Am Donnerstag wird der neue Landesparteivorsitzende auch in den Vorstand und das Präsidium im Bund gewählt. „Ich werde dort auch hingehen und nicht aus stillem Protest nicht hinfahren.“ Und er wolle dort auch die Meinung der steirischen SPÖ artikulieren, „ich werde aber nicht die Parteispitze angreifen“. Gebe es etwas zu sagen, so mache er das in den entsprechenden Gremien, „auch wenn manches nicht alle in der Sozialdemokratie gerne hören“.

Auf die Frage, ob Wahlsieger Hans Peter Doskozil ein Vorbild sei, meinte Lang, dass es immer schon Parallelen gab: „Wir verstehen uns gut und haben in vielen Bereichen einen ähnlichen Zugang. Ich werde keine Kopie sein, aber was sich bewährt hat, kann man ja auch bei uns machen.“

Leichtfried nur kurz am Ruder
Langs Vorgänger Michael Schickhofer hatte nach der Wahlniederlage mit gerade einmal 23,02 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl im November den Hut genommen. Für die Übergangszeit waren Lang und Leichtfried als Doppelspitze aktiv, wobei Lang sich hauptsächlich um die Verhandlungen um die Regierungsbeteiligung mit der ÖVP gekümmert hatte.

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