25.11.2019 18:11 |

Nur für kurze Zeit

Ex-Minister Leichtfried übernimmt steirische SPÖ

Die steirische SPÖ stellt sich nach der Wahlniederlage neu auf: Michael Schickhofer hat Montagvormittag seinen Rücktritt erklärt, am Nachmittag hat der Parteivorstand Ex-Verkehrsminister Jörg Leichtfried mit der Geschäftsführung beauftragt. Landesrat Anton Lang soll die Regierungsverhandlungen mit der ÖVP führen und in weiterer Folge Parteichef und eventuell Landeshauptmannstellvertreter werden.

Lang trat nach mehr als zweistündiger Sitzung im Parteihaus in Graz-Eggenberg vor die Presse und sagte, er sei vom Landesparteivorstand legitimiert worden, die Verhandlungen mit der ÖVP zu führen. „Wir sind noch diese Woche zu einem Gespräch eingeladen. Wenn wir auch zu einer Koalition mit der ÖVP eingeladen werden, werde ich die weiteren Gespräche führen“, sagte Finanzlandesrat Lang. „Es kann auch ein Thema sein, den Parteivorsitz zu übernehmen, warten wir ab.“

Aus seiner Sicht sei das dann auch nicht nur für eine kurze Zeit. Zu Koalitionsbedingungen vonseiten der SPÖ - etwa die Zahl der Landesräte (derzeit vier, Anm.) in einer neuen Regierung - wollte Lang noch nichts sagen, auch nichts zu einem baldigen Landesparteitag.

„Führung für eine befristete Zeit“
Leichtfried bedankte sich bei Michael Schickhofer für dessen „Einsatz, Engagement, Ehrlichkeit, Anstand und Konsequenz, mit der er in diese Situation gegangen ist. Wir müssen über die kurzfristige und mittelfristige Zukunft nachdenken. Ich bin beauftragt, die Führung für eine befristete Zeit zu übernehmen. Lang wird Koalitionsgespräche führen, so wir in Verhandlungen kommen, um dann die Dinge auf eine längerfristige Basis zu stellen“, sagte Leichtfried. Auf die Frage, ob er den Parteivorsitz übernehmen könnte, antwortete der Vizeklubchef, dass er in Wien eine „sehr interessante Aufgabe“ habe.

„Es gab Standing Ovations“
Bildungslandesrätin Ursula Lackner lobte Schickhofer für seinen „unglaublichen Energieeinsatz und intensives Engagement, mit dem er die Partei geführt hat, auch für die letzten Wochen gebührt ihm unser besonderer Dank. Es ist ihm zu verdanken, dass die SPÖ zu einer Wahlbewegung geworden ist, wo nicht gefragt wurde, ob man etwas machen soll, sondern was und wie viel man macht. Dafür hat es Standing Ovations gegeben“, sagte Lackner. Schickhofer habe das Gemeinsame und das große Ganze vor das Eigene gestellt.

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