05.07.2010 18:55 |

97. Tour de France

Bummelei der Top-Fahrer sichert Chavanel Gelb

Der Franzose Sylvain Chavanel hat bei der 97. Tour de France nach einer chaotischen Fahrt in den Ardennen das Gelbe Trikot erobert. Der Radprofi vom Quick-Step-Team profitierte bei seinem Solo-Ritt davon, dass die im Feld versammelten Topfahrer im Finale bummelten, um auf die gestürzten Mitfavoriten Lance Armstrong und Andy Schleck zu warten.

So hatte Chavanel am Montag keine Mühe, um als Solist die 2. Etappe in Spa zu gewinnen und den unglücklichen Schweizer Fabian Cancellara an der Spitze der Gesamtwertung abzulösen.

Chavanel: "Bin überwältigt"
"Das ist das reine Glück, was ich hier erlebe. Ich bin überwältigt", stammelte der neue Mann in Gelb fünf Tage nach seinem 31. Geburtstag. Im Klassement führt Chavanel, der im belgischen Kur- und Heilbad Spa seinen zweiten Tour-Etappensieg ausgelassen feierte, nun 2:57 Minuten vor Cancellara und dem Deutschen Tony Martin (3:07). Ein Erfolgserlebnis gab es aufgrund des chaotischen Finishs auch für Bernhard Eisel, der Steirer klassierte sich als Zehnter in den Top-Rängen.

Einen schwarzen Tag erwischte der Luxemburger Andy Schleck, der 30 Kilometer vor dem Ziel auf regennasser Straße ausrutschte und sich den Ellenbogen blutig schlug. Immerhin verlor der Mitfavorit keine Zeit auf seine Hauptkonkurrenten Alberto Contador (Astana) und den ebenfalls gestürzten, aber bis auf Abschürfungen unverletzt gebliebenen Lance Armstrong (RadioShack), da sich die Topfahrer auf ein Stillhalteabkommen geeinigt hatten.

"Wo bleibt der Respekt vor dem Publikum?"
Scharfe Kritik an dem Schulterschluss des Pelotons, das mit 3:56 Minuten Verspätung fast geschlossen über die Ziellinie rollte, übte Milrams Teamchef Gerry van Gerwen, der sich um die Chance auf einen Tagessieg gebracht sah. "Dafür habe ich kein Verständnis. Wo bleibt da der Respekt vor dem Publikum?", schimpfte der Niederländer. Sein Kapitän Linus Gerdemann meinte hingegen: "Das war kein Streik. Wir wollten mit dieser Aktion unsere Solidarität gegenüber den vielen gestürzten Fahrern zum Ausdruck bringen." Auch andere Teamchefs reagierten erbost auf die Bummelei ihrer Fahrer.

Schon am Dienstag könnte das Klassement wieder durcheinandergewirbelt werden, wenn die gefürchteten Kopfsteinpflaster warten. "Es wird ein Blutbad geben", malte Armstrong vor der 3. Etappe ein düsteres Bild. Dem guten Klassiker-Fahrer Chavanel ist aber zuzutrauen, dass er das "Maillot Jaune" verteidigen und bis zum Wochenende in Gelb fahren kann.

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