15.01.2020 14:00 |

Wegen Betrug angeklagt

Prozess gegen KitzVenture in Innsbruck verschoben

Der für Mittwoch geplante Prozess gegen die Tiroler Investmentfirma KitzVenture wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs ist abberaumt worden. Die Verhandlung wurde auf den 20. und 27. April verschoben und für nunmehr zwei Tage anberaumt, sagte ein Staatsanwalt am Gericht vor Journalisten. Der Grund für die Verschiebung war vorerst nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft warf den Verantwortlichen von KitzVenture vor, sie hätten zwischen September 2016 und März 2017 intensiv Investments mit einem Fixzinssatz von 9,75 Prozent beworben und so 79 Personen zur Veranlagung verleitet. Das Geld sei aber nur zu einem geringen Teil wie versprochen in Aktien investiert worden. Der dadurch entstandene Schaden beträgt laut der Anklagebehörde 176.000 Euro. Zudem soll die Investmentfirma Rechnungen für Werbeeinschaltungen in TV und Presse in der Höhe von 658.000 Euro nicht bezahlt haben. Außerdem sollen Anwälte und Berater beigezogen aber nicht bezahlt worden sein. Der Schaden daraus wurde mit 136.000 Euro beziffert.

Deutsches Gericht übernahm Fall nicht
Die Staatsanwaltschaft Innsbruck wollte den Fall ursprünglich an die Staatsanwaltschaft Osnabrück übergeben. Denn die Angeklagten seien deutsche Staatsbürger, leben in Deutschland und auch das Vermögen sei teilweise nach Deutschland transferiert worden. Osnabrück übernahm das Strafverfahren jedoch nicht und gab es wieder zurück nach Innsbruck. Ausgelöst hatte die Ermittlungen eine Anzeige der FMA. Die Aufsicht hatte 2017 dem Chef von KitzVenture eine Geldstrafe wegen irreführender Werbung in Höhe von 66.000 Euro aufgebrummt. Letztlich soll das Bundesverwaltungsgericht diese Strafe auf 60.000 Euro reduziert haben. Auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) war gerichtlich gegen die Bewerbung des Anlagemodells KitzVenture vorgegangen. KitzVenture sammelte bei Kleinanlegern Geld in Form von Nachrangdarlehen ein und versprach ihnen 9,75 Prozent Zinsen im Jahr. Das Geld sollte nach Angaben des Unternehmens in Start-ups investiert werden. Bei Nachrangdarlehen besteht für die Anleger ein Totalverlustrisiko.

Unternehmen wollte Wortmarken patentieren lassen
Zuletzt hatte KitzVenture auch noch aus anderen Gründen für Schlagzeilen gesorgt. Das Unternehmen wollte 70 Wortmarken u.a. mit Kitzbühel- bzw. Tirolbezug, wie etwa „Tiroler Berge“, „Tiroler Madl“ oder „Gamsstadt“, beim Patentamt anmelden. Protest regte sich daraufhin von politischer Seite. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser wollten gegen den „versuchten Massenausverkauf unserer Heimat“ vorgehen.

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