Im StifterHaus:

Aus dem Tagebuch des Saboteurs und Schreiberlings

Das StifterHaus Linz widmet sich in einer Sonderausstellung einem fast vergessenen Literaten: Karl Wiesinger (1923 bis 1991). Sein Erfolg als Schreiberling ist unspektakulär. Die Schau gibt zeithistorisch einiges her.

Geboren in der Zwischenkriegszeit wurde das Leben von Karl Wiesinger von den Februarkämpfen im Jahr 1934 und dem eintretenden Nationalsozialismus überschattet und geformt. Er sympathisierte mit den Kommunisten, wie viele andere kreative Köpfe dieser Zeit. Noch besaß die Vision des Kommunismus Anziehungskraft.

Im Widerstand
Von der Wehrmacht in den Krieg geschickt, beging Wiesinger an der finnischen Front Sabotageakte, die aufflogen. Er wurde aber freigesprochen, war Flakhelfer, ging in den kommunistischen Widerstand. Wiesinger landete im Gefängnis in Wels und zog sich dort eine Tuberkulose zu, an deren Folgen er bis zu seinem Tod leiden sollte.

Viele Werke
Er hinterließ zahlreiche literarische Werke und ein Tagebuch, aus dem die Kuratoren Thomas Pauli, Georg Hofer und Helmut Neundlinger einen Leitfaden stricken für die Schau, die bis 20. Mai zu sehen ist. Sie arbeiten mit Textbeispielen, Erläuterungen und Objekten ein Menschenleben auf, das exemplarisch für ein Künstlerschicksal in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gesehen werden kann. Eigentlich ist das Adalbert Stifter-Institut, das sich aber ohnehin im StifterHaus befindet, für die Schau verantwortlich, es bearbeitet Nachlässe, die dem OÖ Literaturarchiv anvertraut worden sind.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Montag, 26. Oktober 2020
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