12.12.2019 18:29 |

Bosnien bleibt hart

Deportierte Tischtennisspieler müssen nach Nigeria

Die Behörden in Bosnien-Herzegowina werden zwei Tischtennisspieler aus Nigeria, die Kroatien trotz Visa rechtswidrig in das Nachbarland abgeschoben haben soll, in ihr Heimatland zurückschicken. Laut dem bosnischen Sicherheitsminister Dragan Mektic hätten die beiden den Wunsch geäußert, nach Hause zurückkehren zu können.

Die beiden Nigerianer werden nicht zurück nach Kroatien geschickt werden, weil sie laut Mektic davor Angst haben. „Sie äußerten Angst vor der Rückkehr nach Kroatien. Sie befürchten, dass die dort zusätzlich malträtiert werden und haben einfach Angst um ihr Leben“, sagte der Sicherheitsminister laut einem Bericht des Regionalsenders N1. Die bosnischen Behörden nützten den Vorfall, um in vergangenen Tagen die kroatische Seite wegen ihres Vorgehens gegenüber den beiden Studenten und generell gegen illegalen Migranten scharf zu kritisieren.

Nach Bosnien abgeschoben
Mitte November haben die 18-jährigen Studenten von der Technischen Universität Owerri in Kroatien bei einem Tischtenniswettbewerb im Rahmen einer internationalen Universitätsmeisterschaft teilgenommen. Vor der Rückreise wurden sie nach eigenen Angaben in Zagreb auf der Straße von der Polizei aufgehalten und als illegale Migranten nach Bosnien abgeschoben, da sie keine Reisedokumente bei sich hatten. Dort kamen sie in einem Flüchtlingslager in Velika Kladusa unter.

Als die Geschichte vergangene Woche - rund zwei Wochen nach dem Vorfall - in die Medien gelang, wies die kroatische Polizei die Vorwürfe zurück. Sie dementierte die Geschichte der Studenten und erklärte, sie hätten sich aus dem Zagreber Hostel selbst abgemeldet und ihre Sachen, darunter auch ihre Reisepässe, mitgenommen. Das bestätigte auch der Manager des Hostels. Aus Bosnien kamen wiederum widersprüchliche Berichte, wonach die Nigerianer später ihre Pässe von einem Freund aus Zagreb zugeschickt bekämen.

Sportbewerb als Vorwand?
Bisher wurde nicht geklärt, wie die Studenten nach Bosnien gelangten. Laut kroatischer Polizei wurde ihre Ausreise nicht registriert. Dazu erhob die kroatische Polizei den Vorwurf, dass die Studenten den Sportwettbewerb als Vorwand nützen wollten, um Asyl in einem EU-Land zu beantragen. Ein weiterer Student aus der nigerianischer Gruppe hatte das auch tatsächlich gemacht.

In Zusammenhang mit den von der Polizei erhobenen Asyl-Vorwürfen wurden in kroatischen Medien Aufnahmen vom Wettbewerb gezeigt, die bezeugen sollen, dass die beiden gar keine Ahnung vom Tischtennis hätten. Sie seien auch ohne jegliche Sportausrüstung angereist, hieß es.

krone Sport
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