09.12.2019 12:18 |

Verhandlungen laufen

Warnstreiks bei Secop sind vorerst abgeblasen

Ab 12 Uhr hätten heute im Fürstenfelder Secop-Werk die Anlagen still stehen sollen, doch der Warnstreik wurde kurzfristig abgesagt. Grund: Am Sonntag trafen sich der aktuelle Eigentümer Secop und der alte (und vielleicht neue) Besitzer Nidec zu Verkaufsgesprächen. Das Ziel ist ja, eine Linie in Fürstenfeld zu behalten und so zahlreiche Jobs zu retten.

Nachdem es zwei Wochen lang zu keinen Gesprächen zwischen den beiden Unternehmen gekommen war, bauten die Belegschaftsvertreter in der Vorwoche eine Drohkulisse auf. Für Montag und Freitag waren Warnstreiks vorgesehen. Montagvormittag wurden diese vorerst abgesagt.

Grund: Am Sonntag trafen sich in Zürich Vertreter von Secop und Nidec. Secop hatte das Werk heuer übernommen, plant nun aber, beide Linien zur Herstellung von Kühlkompressoren ins Ausland zu verlagern. 250 bis 280 Arbeitsplätze sind gefährdet. Nidec möchte nun eine der beiden Linie („Delta-Linie“) erwerben und weiterbetreiben. Viele Abeitsplätze in Fürstenfeld könnten dadurch gerettet werden.

Einigung scheint möglich
Nachdem die EU-Kommission vergangene Woche grünes Licht für die Verkaufsgespräche gab, fand am Sonntag das erste Treffen statt. Noch seien viele Fragen offen, aber eine Einigung scheint möglich, wie es heißt. Am kommenden Dienstag gibt es das nächste Treffen. Bis dahin wird es jedenfalls keine Streiks geben. „Wir müssen aber darauf achten, dass es keine Scheinverhandlungen sind“, sagt Hubert Holzapfel von der Gewerkschaft Pro-Ge. Einen Warnstreik noch vor Weihnachten schließt er nicht aus. 

Pikant: Am 17. Dezember gibt es auch die nächste Gesprächsrunde wegen eines Sozialplans für jene Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen müssen. 

Jakob Traby
Jakob Traby
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