08.10.2019 10:46 |

Blick zurück im Zorn

Sascha Hehn übt Kritik am „Fließband-Traumschiff“

Der deutsche Schauspieler Sascha Hehn feiert am Freitag seinen 65. Geburtstag und rechnet mit der deutschen Kultserie „Traumschiff“ ab, in der er bis 2018 als Kapitän gedient hat. Seiner Meinung nach sei zuletzt einfach nur noch lieblose „Fließband“-Ware erzeugt und auf dramaturgische Richtigkeit gepfiffen worden. 

In den 1980iger-Jahren hatte er 15 Folgen lang den Chefstewart  Victor gespielt, dreißig Jahre später kehrte er als Kapitän auf die Bildschirme zurück. Man kann also durchaus sagen, Sasha Hehn gehörte fast schon zum Inventar des „Traumschiffs“, als er im Vorjahr hinschmiss, weil die Serie für ihn ihren Charme verloren hatte. Er erklärte damals, er wolle seinen noch ein bisschen behalten. 

„Man wird schmerzfrei“
In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in München zu seinem 65. Geburtstag nahm der Star, dessen Rolle von Moderator Florian Silbereisen übernommen wurde, sich nun kein Blatt vor den Mund und übte bittere Kritik an der Serie. Diplomatie hält er nicht mehr für nötig.

Er sagt: „Es ist ja immer die Frage, was ist Diplomatie? Ist es die Kunst, jemanden so zur Hölle zu schicken, dass er sich auf die Reise freut? Es hat doch viel mit Eitelkeiten zu tun und davon habe ich mich fast befreit.“ Und weiter: „Wenn man beim ZDF drei Intendanten und vier Programmdirektoren erlebt hat, dann wird man schmerzfrei.“

„Fließbandarbeit“, weil es keiner merkt
Und dann beweist er auch gleich, was es für ihn bedeutet, nicht mehr diplomatisch zu sein: „Zuletzt war es so, dass einfach alte Geschichten wiederholt wurden. Nach dem Motto: Der Zuschauer merkt das ja sowieso nicht. Und die Regie war verdammt, Fließbandarbeit abzufotografieren“, sagt er über die „Traumschiff“-Dreharbeiten.

„Namhafte Schauspieler machten was draus“
„Zum Schluss wurden auch die dramaturgischen Fehler unerträglich. Bei der Summe Geld, die da zur Verfügung steht, ist mir das alles unbegreiflich.“ Freilich sei früher auch nicht alles besser gewesen, gibt er zu. „Klar, die Bücher waren früher auch nicht immer der Hit“, stellt Hehn klar, „aber es waren damals sehr gute, namhafte Schauspieler dabei, die aus ihren Rollen was gemacht haben.“ 

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