21.09.2019 06:04 |

Klimakrise

Rasches Handeln ist gefragt

Gluthitze im Sommer, schmelzende Gletscher und Plastik als große Plage: Die Klimakrise ist längst in den Köpfen der Österreicher angekommen. Drei Viertel der Bevölkerung wünschen sich, dass die öffentliche Hand private Initiativen zum Schutz der Umwelt fördert.

Als „Jahrhundertaufgabe“ bezeichnet Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Bewältigung der Klimakrise. Am Freitag fiel der Startschuss für die internationale Klimaschutzwoche „Week for Future“. Auch mehr als 700 Gemeinden in Österreich beteiligen sich an der Aktion.

Fest steht: Die Klimakrise ist nicht nur in den Köpfen der Menschen angekommen, sondern mittlerweile auch spür- und sehbar. Schmelzende Gletscher in Tirol, sterbende Almen in Vorarlberg und tauende Permafrostböden in Salzburg fallen der zunehmenden Hitze zum Opfer. Im äußersten Osten ist der Neusiedler See akut vom Austrocknen bedroht.

Waldsterben, Ernteausfälle
Extreme Hitze in den Städten, allen voran Wien, das Waldsterben durch Brände oder den Borkenkäfer in Kärnten und Oberösterreich, verwaiste Skigebiete in der Steiermark oder extreme Trockenheit, die in Niederösterreich zu Ernteausfällen führt, setzen heimischen Bauern und Tourismusbetrieben zu.

Dass Klimaschutz in Politik und Gesellschaft Priorität haben muss, davon sind drei Viertel der Österreicher überzeugt. So lautet das Ergebnis unserer aktuellen landesweiten „Krone“-Umfrage. Für drei von vier Befragten ist der Klimawandel ein Faktum, das heißt, sie unterstützen die Aussage, dass es ohne Maßnahmen zu unumkehrbaren negativen Folgen kommen wird. Frauen erweisen sich - wie auch bei weiteren Aussagen zum Thema Umwelt - als deutlich umweltsensibler als Männer.

Am meisten Zustimmung (75 Prozent) erhält der Vorschlag, Einzelinitiativen, die dem Klimaschutz dienen, vonseiten der öffentlichen Hand zu fördern. Auch ein Verbot von Plastikflaschen können sich sieben von zehn Befragten vorstellen. Weniger akzeptiert - vor allem unter „Mid-Agern“ (30 bis 49 Jahre) - sind Ideen, die Mobilität reduzieren oder verteuern. So zum Beispiel eine CO2-Steuer, Citymaut oder Aufschläge auf Flugbenzin - dafür kann sich insgesamt nur jeder Zweite erwärmen.

Faktencheck

  • Klimaschutz ist auch eine Sache des Einkommens
    Das Haushaltseinkommen hat einen großen Einfluss auf das Umweltverhalten. Personen im obersten Einkommensdrittel kaufen deutlich häufiger Bio-Lebensmittel, umweltverträgliches Mobilitätsverhalten (häufige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel/geringe Verwendung des Autos) sinkt hingegen mit steigendem Einkommen.
  • Wer häufig Öffis nutzt, ist zufriedener mit ihnen
    Drei Viertel der Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen finden Bahn, Bus, Straßenbahn oder U-Bahn attraktiv, mit hohem Haushaltseinkommen sind es nur noch zwei Drittel. Betrachtet man nur jene Personen, die häufig Öffis nutzen, verschwinden die Unterschiede zwischen den Gruppen.
  • Unternehmen zahlen für die Umwelt
    Zehn Milliarden Euro nimmt der Staat an Ökosteuern ein. Mehr als die Hälfte entfällt auf Energiesteuern, ein Drittel auf Transportsteuern. 11,3 Milliarden Euro geben wir für Umweltschutz aus - 5,5 Prozent davon stemmt der Staat, 86,6 Prozent Unternehmen.

„Krone“-Serie zur Wahl - Teil 6 von 12: „Was bewegt unser Land wirklich?, hat die „Krone“ gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Integral gefragt. 1500 Menschen über 14 Jahre aus allen Bundesländern haben in der repräsentativen Studie geantwortet. In den Tagen bis zur Wahl präsentieren und analysieren wir täglich die Themen, die Österreich bewegen. Von sozialer Gerechtigkeit über Sicherheit und Migration bis hin zu Arbeitswelt und Klimawandel ist von allem etwas dabei. Außerdem konfrontieren wir die Spitzenkandidaten der Parteien mit den Ergebnissen und fragen sie nach ihren Lösungen. In Teil sechs behandeln wir heute den Klimaschutz.

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Alexandra Halouska, Theresa Spari, Kronen Zeitung, und krone.at

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