Wirbel an Volksschule

Stadtchef ließ fehlende Kreuze wieder anbringen

Für Wirbel hat das Fehlen von Kreuzen in einer Volksschule in Niederösterreich gesorgt. Nach Umbau- und Sanierungsmaßnahmen fehlten diese auch zwei Wochen nach Schulbeginn an den Wänden. Der Bürgermeister von Fischamend verfügte daraufhin, dass die Kreuze wieder angebracht werden.

„Viele Eltern“, so Bürgermeister Thomas Ram (parteiunabhängig, vormals BZÖ- und FPÖ-Mitglied) auf Facebook, hätten sich „in den letzten Tagen an mich gewandt“. Stein des Anstoßes war das fehlende Kreuz in den Klassenzimmern der Volksschule Fischamend, die zuletzt umfangreich saniert worden war. Im Zuge der Maßnahmen wurden offenbar auch sämtliche Wandelemente wie Pinnwände, Uhren und eben auch Kreuze abgenommen.

Doch zwei Wochen nach Schulbeginn hingen die Kreuze noch immer nicht an den Wänden. So manche Eltern wurden darauf aufmerksam und machten dies auch zum Thema des Elternabends, wie ein Vater dem „Kurier“ berichtete. Die Lehrerin der Klasse verwies in der Folge auf eine Entscheidung der Lehrerkonferenz und erklärte als Grund Toleranz gegenüber andersgläubigen Schülern.

„Die Kreuze hängen wieder“
In der Folge wandten sich mehrere Eltern an den Bürgermeister Fischamends. Ram ordnete daraufhin an, die Kreuze wieder in den Klassen anzubringen. „Ich kann alle beruhigen“, erklärt er auf Facebook weiter. „Die Kreuze hängen wieder und so wird es auch bleiben.“
Zum Vorfall befragt, betonte die Direktorin der Schule, Petra Vorderwinkler (SPÖ), gegenüber dem „Kurier“, dass „die Sanierungsmaßnahmen der Grund für die fehlenden Kreuze“ gewesen seien. Dass sie Kreuze in der Schule verbieten wollte, wies sie entschieden zurück.

So will es das Gesetz:
Rechtlich gestaltet sich die Causa Kreuze in Österreichs Klassenzimmern relativ einfach. So ist im Religionsunterrichtsgesetz geregelt, dass in einer Schule, in der mehr als die Hälfte der Schüler dem christlichen Glauben angehören, „in allen Klassen vom Schulerhalter Kreuze anzubringen“ sind. Trifft dies nicht zu, bleibt es der Schule selbst überlassen, ob sie Kreuze anbringt oder nicht.
Sind die Länder Schulerhalter, können eigene Regelungen getroffen werden. Salzburg, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg und das Burgenland haben eine absolute Kreuzpflicht in Klassenzimmern eingeführt - ganz gleich, ob die Mehrheit der Schüler christlichen Glaubens ist oder nicht.

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