15.09.2019 14:00 |

Experten lösten Rätsel

Darum fiel dieser US-Flieger auf die Nase

11. April 2017, 10.12 Uhr: Der Privat-Jet einer US-Firma hebt vom Airport Salzburg ab - mit Ziel Bangor im US-Bundesstaat Maine. Doch das Fahrwerk der „Gulfstream GIV-X (G450)“ ist nicht eingefahren. Rücklandung. Als der Flieger steht, schlägt er mit dem Bug am Boden auf. Die Crew hat Fehler gemacht, enthüllt ein Bericht.

Auf 76 Seiten beleuchten die Experten der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) die „Nasen-Landung“ des US-Fliegers, Baujahr 2008. Ein Faktor war maßgeblich: Die Piloten – US-Amerikaner (70, 56) – hatten vergessen, die Sicherungsbolzen des Fahrwerks zu entfernen. Auch weil das normalerweise dort hängende Fähnchen „Remove before Flight“ tage zuvor in Dubrovnik vom Winde verweht wurde. In der Luft entschied sich die Crew zur Rücklandung. Danach haben Pilot und Co unter Stress falsche Entscheidungen getroffen, und auch Regeln missachtet.

Fahrwerk-System von Piloten falsch bedient
Es gab kein „Mayday“ – also keinen Notruf. Der mit 37.400 Flugstunden erfahrene Pilot verwechselte auch die Landerichtung, setzte auf der Piste 15 statt auf Piste 33 auf. Sinkflug-Warnungen ertönten mehrmals.

10.17 Uhr, die „Gulfstream GIV-X“ der US-Investorenfirma „H&S Air LLC“ rollte über den Beton. „Oh, we blew a tire (ein Reifen ist geplatzt)“, vermutete der Pilot. Als der Jet stand, ging der Co-Pilot nachschauen. Währenddessen informierte der Kapitän die zwei Passagiere. Das Cockpit war leer, der Kontrollturm funkte ins Leere.

10.30 Uhr, ein Knall: Der Flieger fiel mit dem Bug auf den Boden. Zwei „wahrscheinliche Ursachen“ werden im Bericht genannt: die unvollständige Durchführung der „Preflight Checkliste“ (vier Punkte wurden missachtet) und eine „Fehlbedienung des Fahrwerksystems“. Sowohl Hersteller als auch FAA (US-Flugbehörde) bekamen Empfehlungen.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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