Bei Arbeiten entdeckt

Gefundene Knochen sind nun Eigentum des Bauherrn

Fünf Gräber hoben die Archäologen um Wolfgang Klimesch aus Traun auf jenem Grundstück in Pucking (Oberösterreich) aus, wo beim Baugruben-Ausheben der Baggerfahrer auf Knochen gestoßen war. Die alten Gebeine gehören übrigens jetzt dem Grundbesitzer - hätte er stattdessen einen Goldschatz gefunden, wäre er jetzt reich.

„Es ist rechtlich klar. Ein Fund gehört zu 50 Prozent dem Finder und zu 50 Prozent dem Grundbesitzer“, erklärt Archäologe Wolfgang Klimesch. Außer, der Finder sucht gezielt nach einem Schatz und hat vorher den Grundbesitzer nicht gefragt - dann fällt der Schatzsucher um seinen Anteil um. Damit ist der Bauherr von Pucking jetzt „stolzer Besitzer“ von fünf Skeletten, die er aber zwei Jahre lang der Wissenschaft zur Verfügung stellen muss - das wäre auch bei einem Goldschatz so.

Interesse hält sich in Grenzen
Und auch diesen könnten Behörden und Ämter nicht enteignen, müssten ihn dem Besitzer abkaufen. Im Fall des Puckinger Friedhofs, der im Mittelalter angelegt worden sein dürfte, hoffen die Archäologen, dass sich das Interesse des Häuslbauers, der seit Mittwochnachmittag wieder ganz Herr der Baustelle ist, am Fund in Grenzen hält und er die menschlichen Überreste an ein Museum oder eine ähnliche öffentliche Institution abgibt.

Der Fund von Pucking ist eine Rarität, da hier nichts vermutet wurde. Wer etwa in Enns baut, wo eine Römersiedlung bekannt war, muss vorher die Archäologen holen, ehe die Bagger kommen.

Markus Schütz
Markus Schütz
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