"Krone": Wie war Ihr Weg in die Arbeitslosigkeit?
Harald W.: Ich habe Matura gemacht, einige Jahre studiert und bin dann zur Post als Finanzberater und Telekomverkäufer gegangen. 2007 habe ich dann aus eigenen Stücken gekündigt. Danach habe ich mich ein Jahr lang im Bereich Systemtechnik weitergebildet. Einen Job hab ich trotzdem nicht gefunden.
"Krone": Was haben Sie getan, um Arbeit zu bekommen?
W.: Nachdem ich zunächst in der Poststiftung war, habe ich mich intensiv um Arbeit bemüht. Ich bin zum Arbeitsmarktservice gegangen, habe etliche Bewerbungen geschrieben, richtig für mich geworben. Jetzt mache ich in Graz eine Schulung (Bild).
"Krone": Wie haben die Firmen reagiert?
W.: Ich habe nur Absagen bekommen, schnell per E-Mail, und bin erst gar nicht zu Bewerbungsgesprächen eingeladen worden. 'Danke für Ihre Bewerbung, aber Sie sind nicht in die engere Wahl gekommen' – immer dieser Standardsatz.
"Krone": An Ihrer Qualifikation kann es aber sicherlich nicht gelegen sein.
W.: Nein, ich bin anscheinend schlicht und einfach zu alt. Mit 45 Jahren und Vordienstzeiten koste ich die Unternehmen einfach zu viel. Jüngere Mitarbeiter sind billiger.
"Krone": Wie fühlen Sie sich dann?
W.: Natürlich schlecht. Ich bin ehrgeizig, leistungsfähig und zum Nichtstun verdammt. Ich fühle mich von der Gesellschaft im Stich gelassen.
"Krone": Kommen Sie mit Ihrem Geld aus?
W.: Nein, überhaupt nicht. Mittlerweile bekomme ich Notstandshilfe, mit der ich nur die wichtigsten Ausgaben abdecken kann. Mehr ist da nicht drin, von Luxus keine Spur.
"Krone": Wo möchten Sie gerne arbeiten?
W.: Ich suche einen Job als Sachbearbeiter, im Bankwesen, Computerbereich. Ich lass mich da sicher nicht unterkriegen!
Daten und Fakten
von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
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