08.08.2019 09:40 |

Superstar topmotiviert

Marquez kämpft gegen bösen Österreich-Fluch

Zum vierten Mal seit der Rückkehr nach Spielberg geht am Sonntag der Motorrad-Grand-Prix von Österreich in Szene. Superstar Marc Marquez kämpft dabei eine Woche nach seinem 50. Sieg in der MotoGP gegen einen bösen Fluch. Denn: der spanische Weltmeister und überlegene WM-Leader hat auf allen Strecken des aktuellen WM-Kalenders schon gewonnen, nur in Österreich noch nicht.

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Denn der Red Bull Ring war bei den bisherigen drei Comeback-Auflagen Ducati-Land. Nach Andrea Iannone (2016) und Andrea Dovizioso (2017) gewann auf der Power-Strecke in der Obersteiermark auch im Vorjahr mit Jorge Lorenzo ein Fahrer auf einer der PS-starken Desmosedicis. Dass der „Titelverteidiger“ diesmal wegen seiner Wirbelbrüche verletzt fehlt, ist Marquez wenig Trost. Denn Lorenzo ist mittlerweile sein Teamkollege im Repsol Honda-Werksteam.

Marquez hat seit 2013 mit einer Ausnahme (Lorenzo 2015) alle WM-Titel in der MotoGP gewonnen. Nach sechs Siegen in bisher zehn Saisonläufen geht er siebenfache Weltmeister, den KTM-Chef Stefan Pierer vergangenes Jahr als „Zweirad-Gott“ bezeichnete, bei schon 63 Punkten Vorsprung auf Dovizioso auf seinen bereits sechsten MotoGP-Titel los.

Der Vorsprung ist auch deshalb bemerkenswert, weil neben Marquez mit Dovizioso (Ducati), Alex Rins (Suzuki), Maverick Vinales (Yamaha) und Danilo Petrucci (Ducati) vier weitere Piloten ebenfalls schon Siege geschafft haben. Aber eben nicht mehr als je einen. Mit sechs Titel in der Königsklasse würde Marquez mit Valentino Rossi gleichziehen. Mit insgesamt acht WM-Kronen läge er nur noch eine hinter den Italienern Rossi und Carlo Ubbiali.

In Spielberg hat sich der spanische Zweirad-Superstar, dessen Bruder Alex Marquez heuer die Moto2 ähnlich dominiert, bisher aber eher schwergetan. 2016 bei der Rückkehr der MotoGP kam er nach einem Trainingssturz über Platz fünf nicht hinaus. In den vergangenen zwei Jahren konzentrierte er sich wegen der absehbaren Überlegenheit der Ducati-Power auf den WM-Stand und ließ es jeweils mit Platz zwei gut sein.

Dieses Mal könnte „El Nino“ freilich einen anderen Zugang wählen. Denn der mittlerweile 26-jährige Marquez ist als Fahrer noch überlegener geworden und Honda offenbar auf dem PS-Level von Ducati. Zuletzt in Brno raste der Mann mit der Nummer 93 auf dem Bike problemlos zu einem Start-Ziel-Sieg. Marquez‘ 76. GP-Sieg war gleichbedeutend mit seinem 50. in der MotoGP. Jetzt lockt der erste Sieg in Österreich.

„Power und gute Bremsen sind hier besonders gefragt. Es wird wieder ein aufregendes Rennen“, glaubt Marquez vor dem 11. Saisonlauf am Sonntag (14.00 Uhr, live ServusTV). In der Tat ist der 4,3 Kilometer „kurze“ Red Bull Ring nicht nur zuschauerfreundlich überschaubar wie eine Kartstrecke. Der hügelige Stop-and-Go-Kurs gilt als einer der schwierigsten, ist mit fast 183 km/h der schnellste vom Rundenschnitt her, aber punkto Höchstgeschwindigkeit (316 km/h) eher langsam.

Neben der Strecke, ServusTV (überträgt ab Freitag 19 Stunden live) und Maximilian Kofler (Moto3) ist KTM der große österreichische Beitrag beim Zweirad-Heimspektakel in der Obersteiermark. Im Vorjahr mit nur einem Bike am Start, bieten die Österreicher diesmal dank des neuen KTM-Satellitenteams Tech3 gleich vier RC16-Raketen auf.

Zur Halbzeit des dritten Jahres, in dem Pierer möglichst viele „einstellige“ Platzierungen eingefordert hat, blicken die Oberösterreicher auf 17 Top-Ten-Plätze und auch schon ein Podium (3. in Valencia 2018) zurück. Pol Espargaro hat 2019 fünf Top-Tens erreicht, darunter Platz sechs in Le Mans. Neuzugang Johann Zarco tut sich mit der KTM hingegen noch schwer, dafür ist das Entwicklungsprogramm mit dem ehemaligen GP-Piloten Dani Pedrosa voll angelaufen.

„Insgesamt sind wir auf einem sehr guten Weg“, betont deshalb Mike Leitner. Der Team-Manager der Orangenen leitet das MotoGP-Projekt seit Anbeginn, mahnt aber zu Geduld. „Wir reden von Herstellern, die seit 17 Jahren MotoGP-Bikes bauen. Wir sind zweieinhalb Jahre dabei und haben uns auch heuer wieder näher herangearbeitet. Ich glaube nicht, dass wir uns verstecken müssen.“

Neben der MotoGP und den übrigen WM-Klassen Moto2 und Moto3 - da führt mit Aron Canet ein KTM-Pilot - ist in Spielberg erstmals auch die elektrische MotoE zu sehen. Sechs Wochen nach der Formel 1 werden auch beim myWorld Motorrad-GP von Österreich wieder über 200.000 Besucher erwartet.

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