Nach 1:1 in Salzburg

Hofmann: “Die Meisterschaft ist entschieden”

Sport
24.04.2010 11:29
Rapids wohl bester Frühjahrsauftritt in der tipp3-Bundesliga ist am Freitag unbelohnt geblieben. Durch das 1:1 in Wals-Siezenheim (siehe Infobox) beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Red Bull Salzburg vier Runden vor Schluss weiterhin sechs Punkte. Das Kapitel Meistertitel scheint für die Hütteldorfer laut Kapitän Steffen Hofmann damit endgültig abgeschlossen zu sein.

Hofmann wollte sich nach dem Spiel am Freitag keinen falschen Illusionen hingeben: "Die Meisterschaft ist entschieden. Salzburg hat in der bisherigen Saison nur zwei Niederlagen kassiert, wieso sollten sie in den letzten vier Runden noch zweimal verlieren?", fragte sich der Deutsche, und Hannes Eder pflichtete ihm bei: "Sechs Punkte bringt eine Klassemannschaft wie Salzburg über die Runden."

Im Gegensatz zu Hofmann hat Trainer Peter Pacult den Titel zumindest offiziell noch nicht abgeschrieben. Ob Salzburg tatsächlich die erfolgreiche Titelverteidigung gelingt, werde sich erst herausstellen, meinte der Wiener und wies auf die weitere Auslosung der Mozartstädter hin. "Sie haben noch die Austria daheim und Sturm auswärts, das sind null Punkte", schmunzelte der Coach. "Schauen wir mal." Kurz danach folgte Pacults ernsthafte Bestandsaufnahme: "Es spricht alles für Salzburg."

Stevens warnt vor verfrühter Euphorie
Salzburg-Coach Huub Stevens warnte hingegen vor verfrühter Euphorie. "Es sind noch immer zwölf Punkte zu vergeben", betonte der Niederländer. Seine Mannschaft dürfe sich noch nicht als Meister wähnen, mahnte der 56-Jährige. "Das wäre auch wenig respektvoll gegenüber den anderen Vereinen. Wir können noch in allen Spielen Probleme bekommen, aber ich habe auch zur Mannschaft gesagt, dass wir kein Match mehr verlieren werden, wenn wir so spielen wie heute."

Leistung für Rapid nur schwacher Trost
Die starke Leistung von Rapid vor allem in der ersten Hälfte war für Hofmann nach dem 1:1 nur ein schwacher Trost. "Unser bestes Saisonspiel wäre es nur dann gewesen, wenn wir gewonnen hätten." Dabei sah es noch bis zur 83. Minute nach einem Sieg für die Hütteldorfer und einer persönlicher Genugtuung für den Mittelfeldspieler aus. Nach optimaler Vorlage von Nikica Jelavic brachte der Regisseur seine Mannschaft im Fallen in Führung.

So richtig ins Rollen war das Rapid-Spiel erst gekommen, als Hofmann im Europa-League-erprobten 4-5-1-System auf Anweisung von Pacult von seiner etatmäßigen Position als Freigeist hinter der Spitze auf die rechte Seite rückte und Veli Kavlak im Zentrum agierte. Davor hatte sich der 29-Jährige wie schon im Februar beim 0:1 in Wien gegen Franz Schiemer nicht durchsetzen können. "Sein Gegenspieler hat ihm nicht behagt. Nach der Umstellung sind wir im Spielaufbau ruhiger geworden", analysierte der Rapid-Trainer, der den angeschlagenen Hofmann auf dessen Bitten vom Platz nahm und durch Verteidiger Jürgen Patocka ersetzte. 

Die Auswechslung erfolgte unmittelbar nach dem 1:1, sie kurzfristig rückgängig zu machen und statt Patocka einen Stürmer aufs Feld zu schicken, war laut Pacult nicht mehr möglich. "Der Austausch ließ sich nicht mehr ändern. Ich wollte natürlich nicht das 1:1 verteidigen, sondern das 1:0, doch das ist nicht gelungen, weil drei Grün-Weiße Afolabi nicht am Kopfball gehindert haben."

Wieder Stevens-Kritik an Unparteiischen
Trotz aller Zufriedenheit mit dem Ergebnis blieb für Salzburg-Coach Stevens der fast schon traditionelle Disput mit dem Schiedsrichter-Gespann auch diesmal nicht aus. Zwar gab es Lob für Referee Thomas Einwaller, dessen Assistent brachte Stevens allerdings mit der korrekten Auslegung der passiven Abseitsregel beim Treffer der Wiener in Rage. "Bei dem Tor ist ein Rapid-Spieler aus dem Abseits zurückgelaufen, hat aber nicht eingegriffen", erzählte der Coach. Ob das Tor deshalb nicht korrekt gewesen sei? "Es ist gegeben worden, also war es regulär", sagte Stevens.

Diesmal durfte sich Stevens aber über den Schiedsrichter eigentlich nicht beklagen, immerhin wurde Rapid beim Stand von 0:0 ein Strafstoß vorenthalten. Barry Opdam riss Nikica Jelavic im Strafraum nieder und freute sich nach dem ausgebliebenen Pfiff über ausgleichende Gerechtigkeit. "Zuletzt gab es ungerechtfertigte Elfer für Rapid. Heute war es einer, und den haben sie nicht bekommen", erklärte der niederländischer Abwehrspieler. 

Afolabi: "Nehme keine Gratulation zum Meistertitel an"
Opdams Innenverteidiger-Kollege Rabiu Afolabi machte seinem Ruf als Rapid-Schreck wieder einmal alle Ehre. Der Nigerianer hatte schon beim 1:0 der Salzburger gegen den Rekordmeister im Februar im Hanappi-Stadion getroffen und schaffte diesmal das wichtige 1:1. Zum meisterschaftsentscheidenden Treffer wollte sich Afolabi dennoch nicht beglückwünschen lassen. "Ich nehme Gratulationen für das Unentschieden an, aber nicht für den Meistertitel." Sein Ausgleichstor wurde nicht nur durch passive Rapidler, sondern auch durch einen präzisen und scharfen Einwurf von Christian Schwegler begünstigt. "Das war ein perfekter Einwurf von ihm", schwärmte Afolabi.

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