17.07.2019 09:00 |

Tiwag baut in Kufstein

Wasserstoffzentrum: Kälte, Wärme und Tankstelle

Mit einem 20-Millionen-Euro-Projekt leistet die Tiwag bei Kufstein-Süd Pionierarbeit. Dort ist ein Wasserstoffzentrum geplant, das Wärme und Kälte liefert und zudem Ladesysteme versorgen kann. Die Anlage namens „Power2X“ wird mit Strom aus dem nahen Laufkraftwerk Langkampfen versorgt. Baustart 2020.

„Für einen Normalverbraucher ist das Projekt gar nicht so leicht erfassbar“, räumte Energiereferent und LHStv. Josef Geisler bei der Präsentation ein. Das Projekt sei beispielgebend für die angestrebte Energiewende. Die so genannte Sektorkoppelungsanlage vereint viele Funktionen und ist damit ein bisheriges Unikum.

Fernkälte für OP-Säle im nahen Krankenhaus
Mit dem Strom aus dem Inn-Kraftwerk und mit Wärmepumpentechnik wird günstig Fernkälte erzeugt, die für Operationssäle im nahen Krankenhaus Kufstein benötigt wird. „Power2X“ wird aber auch in die bestehende Bioenergieanlage eingespeist, mit der 60 Prozent des Kufsteiner Wärmebedarfs gedeckt ist. Das Projekt inkludiert eine Wasserstofferzeugung inklusive Tankstelle (vor allem für Lkw und Busse) sowie Schnellladesysteme für E-Autos. „Wir können rund eine Tonne Wasserstoff pro Tag erzeugen. Ein Lkw kommt mit 50 Kilo Wasserstoff rund 600 Kilometer weit“, rechnet Projektleiter Andreas Burger vor. Der Strombedarf für die Anlage beträgt rund 4 bis 5 Megawatt. Zum Vergleich: Das Innkraftwerk hat eine Leistung von 31 Megawatt.

Fossile Energie zurückdrängen
Für den Tiwag-Vorstandsvorsitzenden Erich Entstrasser und Vorstandsdirektor Johann Herdina zeigt die Anlage einen Weg auf, wie man fossile Energieträger weiter zurückdrängen könne. Vor allem im Schwerverkehr sei Wasserstoff eine der Techniken, die sich durchsetzen könnte. Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, doch große Hersteller wie MAN tüfteln daran, man will nun bis 2021 erste Prototypen auf den Markt bringen.

Bis zu 5 Millionen Euro von der EU erhofft
Die Tiwag hat das Projekt im April gemeinsam mit den internationalen und nationalen Konsortialpartnern Hydrogenics Europe aus Belgien, Maximator GmbH aus Deutschland und FEN Systems aus Innsbruck sowie der Tigas bei der EU eingereicht. Es winken bis zu fünf Millionen Euro an Fördergeldern. Mit einer Entscheidung wird bis Jahresende gerechnet.

Weitere Pläne
Weitere ähnliche Projekte in Tirol sind schon in der Schublade: Die Firma MPreis plant eine Umstellung der Lkw-Flotte auf Wasserstoff, daher wäre Völs ein möglicher Standort. In Kufstein mit im Boot∙ sind neben MPreis die Stadtwerke, FEN Systems, Zillertaler Verkehrsbetriebe, Inntaler Logistik-Park, Asfinag, die bayerische Dettendorfer Gruppe aus Nussdorf am Inn und die Automobilgrößen MAN und Hyundai.

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