14.07.2019 07:00 |

Steirer erinnern sich

50 Jahre Mondlandung: „Es bleibt unvergesslich“

Unvergesslich Wer damals, vor 50 Jahren, die erste Mondlandung live im Fernsehen mitverfolgte, erinnert sich wohl sein Leben lang daran. Zu einschneidend war der Moment, als am 21. Juli 1969 der erste Mensch den fernen Planeten betrat. In der „Steirerkrone“ erzählen prominente Steirer über das historische Ereignis.

Für drei steirische Wissenschafter war die Raumfahrt-Mission ein einschneidendes Ereignis, eines, das sie ihr ganzes Leben nicht mehr losgelassen hat. Wilfried Eichlseder, Rektor der Leobner Montanuniversität, hat es als Techniker geprägt, wie er erzählt.

„Das gesamte Apollo-Programm hat mich als 13-Jährigen fasziniert. Es gab die ersten Computer, überall war Aufbruchstimmung zu spüren. Der Höhepunkt war dann die Mondlandung, von der wir wegen eines technischen Defekts aber nur ein verzerrtes Standbild im TV zu sehen bekamen. Dennoch sind wir die ganze Nacht vor dem Bildschirm gesessen.“

Eichlseder hat heute noch größten Respekt vor den Astronauten: „Es war damals eine Wahnsinnsleistung der Wissenschaft, die mit hohem Risiko verbunden war.“

„Sputnik-Schock“ faszinierte späteren Rektor
Von einer „gigantischen Leistung“ spricht auch der ehemalige TU-Graz-Rektor und Satellitenforscher Hans Sünkel. Als die Sowjetunion 1957 mit Sputnik den ersten Erdsatelliten ins All schoss („der Start war genau an meinem Geburtstag, ich habe die Ereignisse im Radio verfolgt“), war das große Interesse geweckt. „Bereits damals habe ich mich entschieden, etwas auf diesem Gebiet zu machen.“

Die Mondlandung verfolgte er dann schon als Student in Graz vor dem Fernseher. „Ich bin vor dem Ereignis fast gekniet.“

30 Stunden vor dem Fernseher aufgenommen
Fasziniert war auch Otto Koudelka, Leiter des Instituts für Satellitenkommunikation an der TU Graz: „Ich war 15-jähriger Gymnasiast und bin nicht von unserem Schwarz-Weiß-Fernseher weg. Ich habe aus der Zeitung die genaue Zeitabfolge ausgeschnitten und immer mit mir herumgetragen.“ Koudelka nahm mit einem Tonbandgerät die ORF-Übertragung akustisch auf - „30 Stunden, die möchte ich einmal digitalisieren.“

Der Weltraum hat Koudelka schon als Kind interessiert, „danach erst recht“. Der Wettlauf zum Mond im Kalten Krieg brachte damals viele technische Entwicklungen binnen kurzer Zeit. „Geld hat damals keine Rolle gespielt. Heute könnte man neidisch werden“

Folgt bald die Marsmission?
50 Jahre nach der Mondlandung steigt, nicht zuletzt aufgrund Initiativen einiger Milliardäre, wieder das Interesse am All. Sünkel hofft auf einen „Steigflug“ in den nächsten Jahren. „Vielleicht könnte das in 15 bis 20 Jahren in einem ähnlich prägenden Ereignis kulminieren: einer bemannten Marslandung“

Weitere prominente Steirer erinnern sich an die Mondlandung:

Fritz Willingshofer, Ober-„Stoakogler“: „Ein Jahr vor der Mondlandung haben wir das Stoakogler-Trio gegründet. Zuhause haben wir die Landung nicht ansehen können, weil wir damals noch keinen Fernseher gehabt haben. Wir haben das Spektakel bei einem benachbarten Bauern verfolgt.“

Sängerin Stefanie Werger: „Das Ganze war wahnsinnig aufregend. Ich war damals knapp 18, hatte meinen ersten Freund. Zusammen mit der gesamten Familie sind wir bei der Mama gesessen und haben uns das live angesehen. Das war schon sehr spektakulär.“

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer: „Ich erinnere mich noch sehr gut daran. Damals war ich gerade Lehrling in Kirchbach. Wir sind gebannt vor dem nagelneuen Fernseher gesessen und haben uns gefühlt wie auf einem anderen Stern. Die Bilder bleiben für ewige Zeiten in meinem Kopf.“

Bischof Wilhelm Krautwaschl: „Ich war ein Kind, 6 Jahre alt. Der Satz ,Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit‘ aus der Schwarz-Weiß-Übertragung, die recht lange damals im ORF gesendet wurde, ist mir noch in Erinnerung.“

Landeshauptmann a.D. Franz Voves: „Ich war zu dieser Zeit Gymnasiast im Kepler-Gymnasium und bereits Spieler der Eishockey-Bundesliga-Mannschaft ATSE Graz. Die Straßen waren menschenleer; stundenlang verfolgten wir - mit offenem Mund und voller Begeisterung - die erste Landung von Menschen am Mond. Die drei Astronauten, aber auch die Wissenschafter und Techniker, die dies möglich gemacht hatten, waren unsere großen Stars.“

Ewald Pfleger, Opus: „Ich war 14 Jahre alt und gerade in Wiener Neustadt, wo ich in einer Traube von Menschen diese Szenen vor den Bildschirmen in der Auslage eines Elektrogeschäfts am Hauptplatz miterlebte. Es war wahnsinnig aufregend - mit einem Mal waren der Himmel und die Sternenwelt nicht mehr so unerreichbar als zuvor!“

Unternehmer Werner Gröbl: „Ich war damals 6 Jahre alt und kann mich erinnern, als wäre es erst vor wenigen Jahren, jedoch in einem anderen Leben gewesen. Für die ganz Familie war es ein Ereignis, und wir sind alle ganz gespannt vor dem Schwarz-Weiß-Fernseher gesessen. Mein Vater ist gestanden, da es für ihn nicht möglich war, sitzen zu bleiben.“

U21-Teamchef Werner Gregoritsch: „Ich kann mich noch gut erinnern, es war ein beeindruckendes Erlebnis. Ich bin bei meiner Oma aufgewachsen, hab’s mit ihr als elfjähriger Bub vorm Fernseher verfolgt. Aber ich muss gestehen, schon damals hab’ ich mich schon mehr für den Fußball interessiert. Mein Oma war wegen der Mondlandung skeptisch. Sie hat befürchtet, dass dadurch vielleicht die Außerirdischen kommen.“

Landeshauptfrau a.D. Waltraud Klasnic: „Der 21. Juli 1969 war ein besonderer Tag: Am Nachmittag war die Taufe unserer Tochter Michaela, in der Nacht saßen wir vor dem Fernseher. Es hat uns zum Nachdenken angeregt. Die Brücke zwischen Mond und Erde wurde gebaut.“

Moderator-Legende Robert Seeger: „Ich war 28, hab’ schon beim ORF gearbeitet. Im Sommer waren wir in einem Hotel in Vorarlberg und haben das Spektakel im TV gesehen. Da haben wir uns gedacht, ,Wahnsinn, wie man diese Bilder auf die Erde transportiert.‘“

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