10.07.2019 19:47 |

Ukraines Präsident:

„Tschernobyl soll ein Touristenmagnet werden“

Die Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl sollen nach Vorstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mehr Touristen besuchen. Sie solle zu einem „wissenschaftlichen und Touristenmagnet“ werden, sagte er am Mittwoch bei der offiziellen Übergabe der neuen Schutzhülle über dem explodierten Reaktor. „Wir müssen heute diesem Territorium neues Leben geben.“

Tschernobyl solle der Welt gezeigt werden: Wissenschaftlern, Ökologen, Historikern und Touristen, sagte Selenskyj. Schon 2018 besuchten mehr als 70.000 Menschen die Sperrzone, unter ihnen fast 50.000 Ausländer. Für dieses Jahr werden erstmals mehr als 100.000 Besucher erwartet. In das Gebiet um die Atomruine gibt es geführte Touren. Um es zu betreten, ist eine Anmeldung nötig. Zuletzt hatte die amerikanisch-britische Serie „Chernobyl“ für eine breite Aufmerksamkeit für die Katastrophe gesorgt.

Reaktorblock bei Test explodiert
Der vierte Block des sowjetischen Atomkraftwerks war am 26. April 1986 bei einem missglückten Experiment explodiert. Die radioaktive Wolke verstrahlte große Gebiete im heutigen Weißrussland, in der Ukraine und Russland.

Das internationale Baukonsortium Novarka übertrug der Ukraine die Verantwortung für die neue Schutzhülle. Neben der Instandhaltung und Nutzung sei das Land nun auch für die Demontage des ersten Sarkophags verantwortlich, der schnell nach der Havarie errichtet worden war, teilte die EU-Vertretung in Kiew auf Facebook mit. Die Europäische Union habe der Ex-Sowjetrepublik seit 1991 mit knapp einer Milliarde Euro für die Atomsicherheit geholfen.

Neue Hülle kostete zwei Milliarden Euro
Die Kosten für den neuen Stahlbogen zur Abdeckung des brüchigen Beton-Sarkophags lagen bei mehr als zwei Milliarden Euro. Die mehr als 100 Meter hohe Stahlkonstruktion wurde bereits im November 2016 über den Block geschoben. Künftig soll ein Kran die radioaktiven Trümmer demontieren. Erste Tests starteten im heurigen April. Die Konstruktion soll die Umwelt für 100 Jahre schützen.

 krone.at
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