07.07.2019 06:00

Opfer berichtet

Diese Urlaubsfallen lauern bei Online-Buchungen!

Immer mehr Urlaubslustige buchen ihre Reisen im Internet - und tappen dabei in gemeine Fallen. So auch ein Kärntner: Er hat einen Horrortrip in Kroatien hinter sich.

Eigentlich hatte er sich auf ein paar ruhige Tage am Strand in Kroatien gefreut - doch der online gebuchte Urlaub eines „Krone“-Lesers aus Kärnten entpuppte sich als Horrortrip!

„Ich will andere warnen“
Der Mann - er möchte anonym bleiben - wandte sich an die „Krone“: „Ich will andere warnen, damit so etwas nicht noch einmal passiert!“ Über ein bekanntes Online-Portal buchte er seine Unterkunft in dem kleinen kroatischen Ort: Ein Zimmer in einem familiengeführten Appartement. Für alle drei Nächte sollte er insgesamt etwas mehr als 100 Euro zahlen - im Voraus. „Ich buchte also die Unterkunft und freute mich auf meinen Urlaub.“, erzählt der Kärntner. Doch bereits am ersten Tag ging schon das Drama los!

Nicht vereinbarte Kaution musste sofort bezahlt werden
Bei der Ankunft musste der Kärntner zuerst noch 100 Euro Kaution zahlen. „Das war gar nicht vereinbart, davon wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nichts. Aber bezahlt habe ich trotzdem, ich wollte ja in mein Zimmer.“, erinnert er sich. Auch für die Hausordnung wurden 20 Euro fällig.

„Mitten in der Nacht klopfte jemand an meine Tür“
Von da an wurde es nur schlimmer: „Mitten in der Nacht klopfte jemand an meine Tür. Ich musste meine Sachen packen und ausziehen!“, klagt das Opfer. „Ich wurde einfach rausgeschmissen!“ Plötzlich stand der Kärntner in Kroatien ohne Unterkunft da. Über die Tourismusinformation vor Ort fand er heraus, dass die Betreiber des Appartements keine Miet-Genehmigung haben. Als er später bei seiner Online-Buchungsplattform Beschwerde einreichte, wurde er ebenfalls enttäuscht: „Ich bekam eine Nacht erstattet - das sind 38 Euro.“

Tipps für Online-Buchungen: 

  • Achten Sie auf die deutliche Kennzeichnung des Anbieters, auf vollständige Adressen oder auf Details wie eine Handelsregisternummer.
  • Auf der Internetseite soll eindeutig erkennbar sein, wer die angebotene Reiseleistung erbringt und wer für eventuelle Mängel haftet.
  • Die einzelnen Buchungsabschnitte sollen klar und verständlich dargestellt sein. Eine Buchungsbestätigung per E-Mail mit allen Reisedetails sollte auf jeden Fall dabei sein.
  • Kontrollieren Sie auf der Bestätigung alle angebotenen Leistungen.
  • Drucken Sie alle Bestätigungen aus und nehmen Sie die Papiere mit auf die Reise.
  • Die allgemeinen Geschäftsbedingungen sollten klar verständlich und ausgeschildert sein.
  • Kontrollieren Sie, ob der Preis transparent erklärt wird und ob es eventuelle kostenpflichtige Zusatzleistungen gibt (versteckte Kosten!).
  • Nutzen Sie sichere Zahlungsmöglichkeiten , Nutzer sollten mindestens zwischen zwei Zahlverfahren wählen können - etwa Lastschrift oder Überweisung.
  • Nutzen Sie Vergleichsportale und informieren Sie sich, was andere Gäste über die Unterkunft oder über die Reise schreiben.
  • Versenden Sie Ihre Daten nur, wenn die Datenübertragung verschlüsselt ist. Dies gilt unter anderem für Namen, Adresse, Alter, Geburtsdatum und Bankverbindung und überprüfen sie die Erklärung zum Datenschutz.

Viele europäische Städte schneiden bei Touristen mit
Übrigens: Viele europäische Städte schneiden bei Touristen mit, in dem sie ordentliche Nächtigungssteuern einheben. Da gibt es zum Beispiel die Touristensteuer, den Betten-Euro oder die Kurtaxe. Jedenfalls sind Städtevertreter nicht unkreativ, sobald sie Reisende zur Kasse bitten. Die Millionen an Euro, die dadurch in die Kassen gespült werden, sollen in die Infrastruktur gehen und in die Bewältigung der Touristenmassen - so wirklich kontrollieren kann das freilich keiner.

Bis zu sieben Euro pro Tag für Städtetouristen
Beinahe alle europäischen Städte (ausgenommen sind Orte in Irland und Großbritannien sowie Skandinavien) und Gemeinden, die touristisch attraktiv sind, heben inzwischen eine Gebühr pro Nacht und Reisendem ein, die sich zwischen 50 Cent und zwei Euro bewegt. Den Vogel schießt aber inzwischen die italienische Hauptstadt Rom ab, wo bei Übernachtungen in 4-Sterne-Hotels schon vielerorts 5 Euro, in der 5-Sterne-Kategorie schon 7 Euro pro Nacht kassiert werden. Ausgenommen sind meist nur Kinder unter zehn Jahren.

Kleiner Tipp, ohne zu verallgemeinern: Wenn Sie wollen, dass ihr Betten-Euro auch stets die Stadtkasse und nicht die Tasche des Gastgebers oder sonst wen erreicht, lassen Sie sich eine Bestätigung in Form einer Rechnung oder eines Kassazettels geben.

Clara Milena Steiner, Kronen Zeitung

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