„Eine Schande“

Bagger zerstören Vogelnester brütender Schwalben

Für Aufregung sorgt aktuell der Abriss des Bahnhofes Dürnkrut in Niederösterreich. Nicht wegen Lärm und Staub, sondern weil zahlreiche Schwalbennester von den Baggern zerstört wurden. Empörte Tierschützer haben mittlerweile bereits Anzeige gegen das Bauunternehmen, welches im Auftrag der ÖBB agiert, erstattet. Von den Bundesbahnen heißt es, man habe bereits „einige Maßnahmen gesetzt“. Am Dienstagnachmittag wurde schließlich ein Baustopp verhängt - da war allerdings Augenzeugen zufolge schon ein Großteil des Gebäudes mitsamt Nestern dem Erdboden gleichgemacht!

„Das halten die ÖBB von Tierschutz. Reißen den Bahnhof Dürnkrut trotz 20 bis 30 Nestern mit jungen Mehlschwalben ab. Traurig und eine Schande ist das!“ So lautet eine der vielen wütenden Reaktionen in sozialen Medien. Grund für den Wirbel, war das offenbar rücksichtslose Vorgehen der beauftragten Bauarbeiter im Bezirk Gänserndorf. Trotz Protest wurde das Gebäude samt den Nestern in wenigen Stunden geschliffen.

Eier und Tiere von Helfern in Sicherheit gebracht
Helfer versuchten zu retten, was zu retten war: Vogeleier und Jungschwalben wurden in Sicherheit gebracht und an Tierschützer übergeben. Für den Verein Birdlife hat die Sache sicher auch ein rechtliches Nachspiel. Die Tierschutzorganisation will Beschwerde bei den zuständigen Behörden einlegen. „Dieses Vorgehen muss harte Strafen nach sich ziehen. Brütende Schwalben sind geschützt“, so eine Expertin. Bei den ÖBB betont man, dass die Situation eingehend geprüft wird. Die Bauarbeiten wurden unterbrochen, heißt es.

Auch Fledermäuse entdeckt
ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif erklärt gegenüber der „Krone“, dass man die Situation in Dürnkrut sehr gut kenne und auch schon einige Maßnahmen gesetzt habe. So seien die Bauarbeiten schon 2018 erstmals unterbrochen worden, als bekannt wurde, dass im Bahnhof Schwalben nisten. „Da Schwalben von März bis Ende September brüten, wurde der Abriss auf das 4. Quartal 2018 verschoben.“

Als die Arbeiten wieder aufgenommen wurden, seien auch Fledermäuse entdeckt worden, weshalb Experten vom Land NÖ hinzugeholt worden seien. Diese Situation habe sich allerdings von selbst gelöst, da die Fledermäuse aus dem Winterschlaf aufgewacht und übersiedelt seien. Trotz einer Überprüfung vor deren Start, wurden Seif zufolge bei den Abrissarbeiten erneut neue Brutnester festgestellt.

„Schutz der Vögel hat oberste Priorität“
„Der Baggerfahrer vor Ort hat einer Anrainerin 20 Eier und zwei Jungtiere übergeben, welche von dieser dankenswerterweise an die Greifvogelstation Haringsee übergeben wurden. Dort werden die Schwalbeneier ausgebrütet und die Jungvögel aufgezogen. Da die Situation nach wie vor nicht geklärt ist und der Schutz der brütenden Vögel für uns oberste Priorität hat, wurden die Bauarbeiten am 04. Juni 2019 erneut unterbrochen.“

Josef Poyer, Kronen Zeitung/krone.at

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