"Überall Schreie!"

Brand in Reichenau: Polizist schildert die Rettungsaktion

Tirol
06.04.2010 14:03
In einem fünfstöckigen Wohnhaus in der Innsbrucker Reichenau wütete am Samstag ein gefährlicher Brand. Der Polizist Mario Hechenblaickner (31) war als erster vor Ort und rettete etlichen Bewohnern das Leben. Er selbst erlitt eine Rauchgasvergiftung . "Ich würde jederzeit wieder so Handeln", sagte er zur "Krone".

Die obligatorische Fußstreife lockte den 31-Jährigen am Samstagnachmittag vor die Tür der Reichenauer Inspektion. "An der frischen Luft bemerkte ich starken Brandgeruch." Er folgte der Spur und nach wenigen Metern sah er Rauchschwaden aufsteigen. "Ich sprintete zu dem Haus. Die Flammen reichten bis in den vierten Stock. Die Fensterscheiben barsten. Es war beängstigend", so Hechenblaickner.

Den ersten Bericht vom Samstag gibt's in der Infobox!

Er gab einen Funkspruch ab und stürmte in das Gebäude. "Überall im Haus hörte ich Leute schreien. Da konnte ich nicht auf Verstärkung warten", begründete der couragierte Polizist sein Handeln. Er drückte alle Türklingeln, trat die Wohnungstüren ein und trieb die Menschen nach draußen. "Ich weckte sogar einen schlafenden Mann auf. Wer weiß, ob er den Brand ohne mich bemerkt hätte."

Betagte Dame wollte nicht ohne Katze aus der Feuerhölle
Eine ältere Dame machte dem Polizisten besonders viel Sorgen: "Sie wollte ihre Wohnung nicht ohne ihre Katze verlassen. Erst als ich ihr versicherte, dass das Tier bereits aus dem Haus geflüchtet ist, ging sie mit mir mit", so der Lebensretter.

Nach ein paar Minuten musste Hechenblaickner Luft schnappen. "Da sah ich, dass meine Kollegen da waren. Wir gingen zusammen nochmal rein. Es war aber alles so verraucht, dass wir nur bis zum ersten Stock kamen." Die Exekutive zog sich zurück. Hechenblaickner hatte bereits alle Menschen aus dem Wohngebäude evakuiert. Die Feuerwehr übernahm von da an…

"Wenn ich zurückdenke, dann hatte ich keine Angst. Ich würde wieder so agieren, egal ob ich eine Uniform trage oder nicht."

Der 31-Jährige half seinen Kollegen noch, die Brandursache zu ermitteln: "Ein Siebenjähriger zündete mit einem Feuerzeug einen Sonnenschirm in dem Holzstadel nahe dem Haus an." Der Beamte erlitt eine Rauchgasvergiftung. "Drei Tage musste ich das Bett hüten." Heute ist er wieder in Uniform und sorgt für die Sicherheit der Innsbrucker.

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone

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