So, 16. Juni 2019
29.05.2019 21:23

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„Godzilla 2“: Monster-Deathmatch mit Öko-Botschaft

Schlafende Monster soll man nicht wecken. In „Godzilla 2: King of the Monsters“ (Kinostart: 30. Mai) muss es die ikonische Riesenechse aus Japan gleich mit einer ganzen Phalanx an nicht weniger berühmten Kreaturen, unter anderem dem dreiköpfigen King Ghidorah sowie dem Feuerdämon Rodan aufnehmen. Godzilla und seine monströsen Kollegen machen in der bombastischen Fortsetzung, was sie immer schon am besten konnten: Städte und ganze Landstriche in Schutt und Asche legen. Dass die menschlichen Helden dabei zu kurz kommen, können Fans der atemberaubenden Giganten verschmerzen. krone.at verlost zum Kinostart von „Godzilla 2“ Tickets und Goodies.

Das Eidechsenmonster, das durch einen Wasserstoffbombentest im Südpazifik aus dem Schlaf geweckt wird: Godzilla, der berühmteste japanische Kulturexport der Filmgeschichte, ist seit 65 Jahren nicht totzukriegen. Neben dem seit dem Schwarz-Weiß-Filmzeitalter sich ständig neu erfindenden japanischen Filmzyklus rund um die gigantischen Kaiju hat auch Hollywood stets Interesse an Godzilla und Co. gezeigt.

In Gareth Edwards „Godzilla“ aus dem Jahr 2014 wurden die Monster nach der 1998 von Publikum und Kritik geschmähten US-Version von Roland Emmerich („Independence Day“, „The Day after Tomorrow“) ein weiteres Mal für den Westen adaptiert. Die Neuverfilmung von 2014 kam besser beim Publikum an als Emmerichs Film, vor allem auch deshalb, weil die Riesenechse, wie in vielen der späteren japanischen Filme, weder gut noch böse ist.

Godzilla als „Retter“ der Menschheit
Einer Naturgewalt gleich, hat dieser Godzilla weder bewusstes Interesse daran, Städte zu zerstören und Menschen plattzumachen, noch sie zu beschützen - wird am Ende aber dennoch zum „Retter“ der Menschheit. Die aktuelle US-Auflage folgt somit der gängigsten östlichen Interpretation, wonach Godzilla ein Gott der Zerstörung ist, heroisch, selbst wenn er übel ist und unterschiedslos alles zerstört.

Vielen Fans mangelte es aber definitiv an Godzilla-Szenen, der „Titelheld“ war insgesamt nur etwas mehr als 10 Minuten zu sehen, und dann oft hinter Nebelschwaden, bei strömenden Regen oder unter Wasser. Edwards wollte die Action bewusst aus der menschlichen Perspektive der weltbedrohenden Katastrophe zeigen, die Bodenhaftung der Kamera war vielen dann aber doch streckenweise für eine Monster-Schlacht zu unspektakulär.

Die Produzenten haben sich die Kritik zu Herzen genommen, schließlich will man es den Japanern und Konkurrenten wie Marvel gleichmachen und möglichst ein ganzes Monster-Universum auf die große Leinwand loslassen. „Godzilla“ war der Anfang, in „Kong: Skull Island“ wurde dann King Kong - nicht zum ersten Mal in der langen Geschichte des Echsenmonsters - in der Welt von Godzilla willkommen geheißen, in „King of Monsters“ geht es jetzt um den Thron.

Riesenechse muss es mit ganzer Schar an Feinden aufnehmen
Die radioaktive Riesenechse muss es in der Fortsetzung gleich mit einer ganzen Phalanx an nicht weniger berühmten Kreaturen der mittlerweile 65 Jahre alten Filmreihe aufnehmen. Der dreiköpfige King Ghidorah und der feurige Riesenflugsaurier Rodan ringen gegen Godzilla, der Hilfe von Riesenmotte Mothra bekommt, um die Vorherrschaft der Titanen. Die Menschen sind dabei zu Zuschauern degradiert, die sich mit der alles entscheidenden Frage plagen dürfen: Welche dieser Titanen sind hier, um die Erde zu beschützen und welche, um sie zu vernichten?

Auf Seite der Menschen sind Millie Bobby Brown („Stranger Things“), Vera Farmiga („Conjuring“), Sally Hawkins („Shape Of Water“), Kyle Chandler („Aufbruch zum Mond“), O’Shea Jackson („Straight Outta Compton“), Charles Dance („Game Of Thrones“) und Ken Watanabe, der bereits 2014 in „Godzilla“ dabei war, im Kampf um die Rettung der Erde dabei. Auf dem Regiestuhl sitzt diesmal „Krampus“-Regisseur und X-Men-Drehbauchautor Michael Dougherty.

Öko-Terroristen gegen Kryptozoologen
Fünf Jahre hat man von Godzilla seit den Ereignissen von Teil 1 nichts gehört. Wo sich das Ungeheuer in dieser Zeit herumgetrieben hat, ohne entdeckt zu werden, ist eine der zentralen Puzzlesteine des Films. Während die Welt sich also fragt, ob und wo Godzilla wieder auftauchen wird, setzt eine Gruppe von Öko-Terroristen einen wahnwitzigen Plan in Gang: sie lassen mehrere Monster mit einem Kaiju-Kommunikator - dem MacGuffin des Films - auf die Welt los, um das natürliche Gleichgewicht wiederherstellen zu können. Ihnen gegenüber steht die bereits aus Teil 1 und „Kong: Skull Island“ bekannte kryptozoologische (Nicht-mehr)-Geheimorganisation Monarch, die sich der Untersuchung und Überwachung der eigentlich schlafenden Giganten verschrieben hat. 

Zwischen diese Fronten und in den Mittelpunkt der menschlichen Handlung gerät die Familie Russell. Mutter Emma (Vera Farmiga) und Vater Mark (Kyle Chandler) haben bei der Zerstörung San Franciscos 2014 ihren Sohn verloren und sich entfremdet. Jetzt muss sich das vom Schicksal schwer getroffene Ex-Ehepaar wieder zusammentun, um Tochter Madison (Millie Bobby Brown) und in weitere Folge die ganze Menschheit vor den Titanen zu retten.

“Godzilla 2: King of Monsters“ lässt einen mit gemischten Gefühlen zurück: Was die Action betrifft, erfüllt der Film die Erwartungen, die man an einen Kaiju-Film hat. Ob im arktischen Eis, am Gipfel eines Vulkans oder im apokalyptisch verwüsteten Boston - die Monster prügeln sich in überdimensionalen Kameraeinstellungen vor spektakulärer Kulisse, dass der Sitz im Kino zum Vibrieren beginnt. Es sind bombastisch schöne und zugleich bedrückende Bilder von überirdischen Ungeheuern, die ganz bewusst Werke von William Blake, etwa „Der große rote Drache und die Frau“, ins Gedächtnis rufen sollen.

Starke Frauenrollen, Männer als Karikaturen
Der Mensch, egal ob Zivilist, Wissenschaftler, Bürokrat oder Soldat, rückt angesichts einer solch gigantischen Schlachtplatte unweigerlich in den Hintergrund - trotz aller Versuche der Drehbuchautoren, Homo Sapiens zu Füßen der mächtigen Kreaturen in dieser apokalyptischen Welt eine tragende Rolle zukommen zu lassen. Leider werden aber vor allem die männlichen Protagonisten im Verlauf der Geschichte immer mehr zu Karikaturen altbekannter Rollenklischees, wie man sie aus B-Movies kennt. Besser schlagen sich die Frauen, deren starkes Auftreten über so manches Loch in der Handlung, und derer gibt es allerhand, hinwegsehen lässt.

War Godzilla bei seiner Premiere im Jahr 1954 ein buchstäblich strahlendes Symbol für die ungeahnten Folgen der atomaren Wettrüstung, wurde der „König der Monster“ im Laufe seines 65 Jahre langen Lebens zur Metapher einer ganzen Fülle an Themen. Dieser Tradition folgend ist der neue Godzilla eine nicht ganz überzeugende Mahnung in Zeiten des Klimawandels: Wir Menschen, und nicht die Kaiju, sind die schreckenerregendsten Bösewichte, die der Blaue Planet kennt.

Aber gerade angesichts des ernsten Hintergrunds hätte dem Film vielleicht eine Prise Ironie nicht geschadet. So sind am Ende viele dramatischen Momente der Helden einfach nur unfreiwillig komisch. Matchbilanz: Godzilla 1, Menschen 0!

Kinostart von „Godzilla 2: King of the Monsters“: 30. Mai!

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