22.06.2004 10:21 |

Nach Horror-Crash

Schumi II kann sich an nichts erinnern

alf Schumacher hat gut 22 Stunden nach seinem schweren Unfall beim Großen Preis der USA das Krankenhaus verlassen, kann sich aber nicht an seinen Horror-Crash erinnern. "Ich weiß nicht, wann, wo und wie es passiert ist", sagte der Williams- BMW-Pilot in Indianapolis. "Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern."
Einen Start beim nächsten Formel-1-Rennenin zwei Wochen in Magny- Cours konnte sich der psychisch sichtlichangeschlagene Rheinländer nicht richtig vorstellen. "Im Momentsicher nicht. Ich muss das auf mich zukommen lassen und nach einbis zwei Wochen Ruhe schauen, was läuft", erklärte RalfSchumacher gegenüber dem Fernsehsender RTL unmittelbar nachseiner Entlassung aus dem Methodist Hospital im Stadtzentrum.
 
Glück im Unglück
Ralf Schumacher hatte bei seinem spektakulärenEinschlag mit etwa 330 km/h in die Boxenmauer am Sonntag Glückim Unglück. Dank der stetig verbesserten Sicherheitsbestimmungenin der Formel 1 kam der 28 Jahre alte Wahl-Österreicher mitPrellungen und einer Gehirnerschütterung, aber ohne Knochenbrüche,Kopf- oder innere Verletzungen davon. "Es geht mir den Umständenentsprechend", sagte das Unfallopfer mit matter Stimme. "MeinRücken ist blutunterlaufen und ich habe eine sehr, sehr starkeGehirnerschütterung." Dem Rückflug nach Salzburg nocham Montag stand jedoch nichts im Weg.
 
Schumi I wachte über kleinen Bruder
Michael Schumacher befand sich da schon auf der Heimreise,nachdem er sich im Krankenhaus erleichtert vom stabilen Zustandseines jüngeren Bruders hatte überzeugen können.Der Seriensieger war nach seinem Triumph beim USA-Grand-Prix mitseiner Frau Corinna nach den obligatorischen Pressekonferenzendirekt ans Krankenbett geeilt, um nach Ralf zu sehen. "Ralf gehtes recht gut, er wird morgen zwar wahrscheinlich übersätsein mit blauen Flecken, aber er war den Umständen entsprechendsogar ziemlich gut drauf und scherzte viel herum", berichteteder Weltmeister auf seiner Internet-Homepage (www.Michael-Schumacher.de)nach dem einstündigen Besuch. "Corinna und ich waren danachdoch sehr beruhigt. Daher sind wir dann auch wie geplant nachHause geflogen."
 
Zur Beobachtung war Ralf Schumacher über Nachtin der Klinik geblieben. Nach weiteren eingehenden Untersuchungenwurde er dann am Montag entlassen.
 
Wrackteil verursachte Reifenplatzer
Der Grund für den Unfall bei dem durch zahlreicheKollisionen gekennzeichneten Rennen war schnell gefunden: Eindurch ein Wrackteil eines anderen Autos verursachter Schaden amlinken Hinterreifen hatte den Crash ausgelöst. Bei etwa 330km/h hatte Ralf Schumacher die Kontrolle über seinen Wagenverloren und war in der Steilkurve des Motor Speedway rücklingsin die Betonmauer geknallt. Drei Minuten saß er in seinemWrack, ehe Rettungskräfte ihn versorgten. "Ich hatte denEindruck, dass das zu lange ist", meinte BMW-MotorsportdirektorMario Theissen.
 
Zweiter schwerer Crash in 10 Monaten
Der Indianapolis-Crash ist Ralf Schumachers zweiterheftiger Unfall innerhalb von zehn Monaten. Im September 2003war er bei Testfahrten in Monza so schwer verunglückt, dasser beim anschließenden Großen Preis von Italien vonTestfahrer Marc Gené ersetzt werden musste. Zuvor hatteer sich beim Großen Preis von Monaco 2000 schwere Beinverletzungenzugezogen, als ein Querlenker nach einem Crash ins Cockpit eingedrungenwar.
 
Michael Schumacher geschockt
Während Ralf Schumacher in seinem Wagen saß,fuhr Michael Schumacher mehrere Mal an der Stelle auf der Start-undZiel-Geraden vorbei. "Es war ziemlich heavy, damit umzugehen",sagte der Champion. "In dem Moment war ich extrem geschockt."Erst als ihm sein Team über Funk mitgeteilt habe, dass Ralfalleine aussteigen wollte, die Ärzte ihm aber wegen des Risikosgeraten hätten, drinnen zu bleiben, sei er beruhigt gewesen."Das war das entwarnende Signal."
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