Do, 20. Juni 2019
22.05.2019 06:00

Artensterben in Ö

Diese Vogelarten gibt es bei uns (bald) nicht mehr

Schockierende Zahlen haben die Vereinten Nationen jüngst rund um unsere Flora und Fauna veröffentlicht: Bis zu einer Million Tiere und Pflanzen seien akut vom Aussterben bedroht. Auch Österreich bildet hierbei leider keine Ausnahme. Bei uns zeigt sich das Artensterben besonders dramatisch in der Vogelwelt.

Gerade in Österreich kommt es aufgrund der „Intensivierung der Landwirtschaft“ zu einer fatalen Kettenreaktion, die den Vögeln sukzessive nicht nur den Lebensraum, sondern auch die Nahrungsquelle zu nehmen droht, warnt Greenpeace am Tag der Biodiversität am Mittwoch.

„Damit wird regelrecht Tabula Rasa gemacht“
„Die industrielle Landwirtschaft setzt exzessive Mengen von Pestiziden wie Glyphosat ein. Damit wird regelrecht Tabula Rasa gemacht, es verbleiben keine Beikräuter und Blüten. So verschwinden auch die Insekten und damit die Futterquelle von vielen Vögeln“, erklärt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich. Immerhin 60 Prozent aller Vogelarten seien auf Insekten als Nahrungsquelle angewiesen. „Um die Vögel zu schützen, brauchen wir endlich eine umweltfreundliche, biologische Landwirtschaft“, so Theissing-Matei.

In Österreich seien laut Greenpeace derzeit fünf Vogelarten akut vom Aussterben bedroht oder gelten laut den Umweltschützern bereits als ausgerottet.

Blauracke
Die Blauracke hat ein türkis-azurblaues Gefieder und ernährt sich von großen Insekten. Bis in die 70er-Jahre war sie im Osten Österreichs noch weit verbreitet, 2018 hat erstmals kein Blaurackenpaar mehr in der Steiermark gebrütet. Damit ist einer der farbenprächtigsten Vögel Europas in Österreich so gut wie ausgestorben.

Raubwürger
Der Raubwürger hat nicht nur einen seltsamen Namen, sondern auch ein besonders Jagdverhalten: Er spießt erbeutete Mäuse auf Dornensträuchern auf und legt sich eine Vorratskammer an. Vor 100 Jahren waren diese Vögel fast in allen Bundesländern heimisch, mittlerweile ziehen derzeit nur mehr fünf Paare im Wald-und Weinviertel ihre Jungen groß. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind sowohl sein Lebensraum, als auch seine Nahrungsquellen extrem dezimiert worden.

Ortolan
Der Ortolan zwitscherte gerne von Telefonleitungen und Baumspitzen. Während in den 60er-Jahren in Österreich noch über 200 Paare gezählt wurden, ist 2015 nur mehr ein Männchen in Tirol aufgetaucht. Seit 2016 ist er in Österreich als höchst gefährdet eingestuft, und mittlerweile wahrscheinlich vollständig ausgestorben. Durch große Ackerflächen und den Verlust von Bäumen und Hecken für den Ackerbau, konnte der Ortolan keinen Platz zum Leben finden.

Wiedehopf
Der Wiedehopf kann wie der Kuckuck seinen eigenen Namen singen. Er bevorzugt niedrig gemähte Wiesen und Weiden, in denen er Insekten jagen kann. Die Weibchen brüten ihre Küken in Baumhöhlen aus, die sie als Nester nutzen. Verbreitet ist er vor allem im Neusiedlersee-Gebiet, im südwestlichen Weinviertel, im südlichen Burgenland, in der Südoststeiermark und in Kärnten. Durch die intensive Landwirtschaft geht aber auch sein Lebensraum zunehmend verloren.

Großtrappe
Die Großtrappe ist der größte flugfähige Vogel der Welt - ein Männchen bringt ein beachtliches Gewicht von bis zu 15 Kilogramm auf die Waage! Die Großtrappe ist auf der ganzen Welt gefährdet, in Österreich gilt sie als vom Aussterben bedroht. Schwer zu schaffen macht den Vögeln der Einsatz von Insektiziden, der ihre Hauptnahrung drastisch verringert. Auch die maschinelle Landwirtschaft bedroht die Großtrappen, da Jungvögel und brütende Hennen das Nest erst zu spät verlassen und den Maschinen zum Opfer fallen.

Wegen der fortschreitenden Umweltzerstörung stehen laut Angaben der UNO 500.000 bis eine Million Tier- und Pflanzenarten vor der Ausrottung. Viele von ihnen könnten „in den kommenden Jahrzehnten“ verschwinden, so das Ergebnis einer Studie zur weltweiten Artenvielfalt, die der Weltrat für Biodiversität (IPBES) Anfang Mai veröffentlicht hatte. Die Wissenschaftler fordern daher „tief greifende Änderungen“ vor allem in der Landwirtschaft, um das drohende „Massensterben“ zu verhindern.

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