So, 26. Mai 2019
06.05.2019 13:56

Neues Massensterben?

UNO warnt: Bis zu eine Million Arten bedroht!

Wegen der fortschreitenden Umweltzerstörung sind laut Angaben der UNO bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Viele von ihnen könnten „in den kommenden Jahrzehnten“ verschwinden, heißt in einer Studie zur weltweiten Artenvielfalt, die der Weltrat für Biodiversität (IPBES) am Montag in Paris veröffentlicht hat. 500.000 bis eine Million Arten stehen demnach vor der Ausrottung. Die Wissenschaftler fordern daher „tief greifende Änderungen“ vor allem in der Landwirtschaft.

Natur verschwindet in rasendem Tempo
Der alarmierende Report warnt vor einer „unmittelbar bevorstehenden extremen Beschleunigung“ des weltweiten Artensterbens. Schon jetzt sei die Geschwindigkeit, mit der Tier- und Pflanzenarten aussterben, zwischen zehn- und hundertmal höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre.

Experten sprechen von „Massenaussterben“
Viele Fachleute gehen davon aus, dass derzeit bereits ein sogenanntes Massenaussterben stattfindet. Davon hat es innerhalb der vergangenen 500 Millionen Jahre erst fünf gegeben. Hauptgründe für das Artensterben sind dem Papier zufolge unter anderem Abholzung, Bergbau, Landwirtschaft, Fischerei und Jagd sowie Klimawandel und Umweltverschmutzung.

Nur „tief greifende Veränderungen“ können Schaden begrenzen
„Wir müssen anerkennen, dass der Klimawandel und die Zerstörung der Natur gleichgewichtig als Auslöser des Artensterbens sind“, sagte der IPBES-Vorsitzende Robert Watson. Beide Faktoren hätten nicht nur Einfluss auf die Umwelt, sondern auch auf Entwicklungs-und Wirtschaftsfragen. Ausdrücklich erwähnte Watson dabei die Gewinnung von Nahrungsmitteln und Energie. Nur „tief greifende Veränderungen“ könnten den Schaden für die Artenvielfalt noch begrenzen.

Vor allem Insekten und Korallen sind bedroht
Besonders bedroht sind den UN-Experten zufolge Insekten - ihre Zahl hat sich in Europa in den vergangenen drei Jahrzehnten bereits um rund 80 Prozent verringert. Auch Korallen stehen angesichts des Klimawandels vor dem Aus. „Es kann keiner mehr sagen: Wir haben es nicht gewusst“, betonte der deutsche Biologe Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, der als einer der Ko-Vorsitzenden die Erstellung der Studie geleitet hat.

Der IPBES-Bericht kommt zudem zu dem Schluss, dass die Hälfte aller Ökosysteme zu Lande und im Wasser durch den Eingriff des Menschen schwer beeinträchtigt worden sind. Subventionen für die Agrarindustrie, Viehzucht und Fischerei führten zu Ineffizienz und überhöhtem Konsum.

150 Experten arbeiteten drei Jahre an Bericht
Drei Jahre lang haben 150 Experten aus 50 Ländern an dem Bericht gearbeitet, der eine Entscheidungshilfe für Politiker sein soll. Er fasst auf 44 Seiten ein 1800-seitiges Dokument zusammen, in dem die Vereinten Nationen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse eine Bilanz zum Zustand der Natur auf der Erde ziehen. Allerdings können die 130 IPBES-Mitgliedsstaaten noch Änderungen an dem Text vornehmen, ehe sie ihn verabschieden.

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