15.05.2019 13:58 |

Nach Überschuss 2018

Krankenkasse erwartet Minus von 83 Millionen Euro

Im Vorjahr konnte noch ein Überschuss von 111 Millionen Euro erzielt werden - doch für das aktuelle Jahr schaut es für die Finanzen der Krankenkassen nicht so rosig aus. Es wird ein Defizit von 83 Millionen Euro erwartet. Die Kosten für die Fusion der 21 Sozialversicherung auf fünf sind darin nach wie vor nur zum Teil eingerechnet.

In der aktualisierten Prognose des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger hat sich im Vergleich zur Februar-Prognose nur wenig geändert. Damals rechnete der Hauptverband mit einem Minus von 85 Millionen Euro. Recht fix sind nun schon die Daten für das Jahr 2018: Für das Vorjahr wird ein Gebarungsüberschuss von 111 Millionen Euro ausgewiesen (bei einem Gesamtbudget von 19,3 Milliarden Euro). Zwar muss der endgültige Rechnungsabschluss erst Ende Mai vorgelegt werden - an den Zahlen sollte sich aber nicht mehr viel ändern, sagte Hauptverbands-Chef Alexander Biach. 

Spitalskosten und Konjunktur als Kostenfaktoren
Hauptgrund für das erwartete deutliche Minus 2019 sind laut Biach die hohen Zahlungen der Sozialversicherungen an die Spitäler. „Wir müssen jetzt extrem viel an die Spitäler zahlen. Wir haben für das 2019er-Jahr einen Mehraufwand von 238,7 Millionen Euro“ in diesem Bereich, sagte Biach. Insgesamt gehen laut den Hautpverbands-Chef heuer rund 5,2 Milliarden Euro an die Krankenanstalten. Grund für den Anstieg ist die gute Konjunktur: Denn die Beitragszahlungen an die Spitäler orientieren sich am Beitragswachstum. Diese Formel müsse man überdenken, meinte Biach.

Darüber hinaus verwies er wie schon im Februar auf weitere Kosten-Faktoren, die sich aus der Kassenreform ergeben: So müssen die Kassen nun mehr Gelder an den Privatkrankenanstalten-Fonds zahlen (14,7 Millionen Euro zusätzlich). Und der Pauschalbetrag der AUVA für die Behandlung von Arbeitsunfällen wurde eingefroren, was weitere zehn Millionen Euro kostet. Auch fallen heuer Zahlungen aus dem Strukturfonds, die vom Finanzministerium an die Kassen geflossen sind, weg, was ebenfalls rund zehn Millionen Euro ausmacht.

Aufs Budget drücken außerdem die gestiegenen Ärztehonorare, die über das letzte Jahr hinweg ausverhandelt worden sind - mit „teilweise sehr hohen Steigerungen“, so Biach. In Summe bedeute dies knapp 100 Millionen Euro Mehrkosten im Arztvertragsbereich. Teilweise seien diese bereits im letzten Jahr wirksam geworden, teilweise erst heuer, so Biach.

Die Fusionskosten für die Sozialversicherungsanstalten sind in der 2019er-Prognose nur teilweise mitberücksichtigt. Eingerechnet sind jene der gewerblichen Wirtschaft (SVA) und jene der Bauern (SVB), die zur Selbstständigen-Versicherung SVS zusammengeführt werden. Für die SVA fallen sieben und für die SVB drei Millionen Euro an.

Noch nicht im Budget enthalten sind die Fusionskosten der neun Gebietskrankenkassen, die zur Österreichischen Gesundheitskassen (ÖGK) zusammengeschlossen werden. Man müsse abwarten, bis die neue ÖGK ihr Budget erstellt hat, so Biach.

Defizit könnte in nächsten Jahren doppelt so hoch ausfallen
Wie die Fusionskosten das Budget für die kommenden Jahre beeinflussten werden, ist noch unklar. Dem Vernehmen nach dürfte das Defizit 2020 und 2021 deutlich steigen und mehr als doppelt so groß ausfallen wie heuer. Bestätigung dafür gab es seitens des Hauptverbandes nicht.

Betrachtet man die einzelnen Gebietskrankenkassen, so erwarten laut der Prognose heuer nur die Kärntner (plus 12,7 Millionen Euro) und die steirische Kasse (plus 15,6 Millionen) ein positives Ergebnis. Im Burgenland rechnet man mit einem ausgeglichenen Ergebnis, alle anderen prognostizieren ein Minus.

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