29.04.2019 08:44 |

Dringender Appell:

„Steirische Gärten kommen ohne Chemiekeulen aus!“

„60 Prozent der Insektenwelt sind vernichtet, viele Gärten sind erschreckend vergiftet - Leute, es ist nicht mehr 5 vor, es ist 30 nach 12!“ Mit einem flammenden Appell richtet sich die steirische Paradegärtnerin Angelika Ertl-Marko an die Steirer, auf Chemie im Garten zu verzichten. Zumal ein Glyphosat-Verbot scheiterte.

Von den Grünen hatte es einen Antrag gegeben, Glyphosat für private Anwendungen zu verbieten. Eine kluge, schnell durchführbare Maßnahme. Möchte man glauben. Doch der Antrag wurde im Landtag abgelehnt. Landesrat Hans Seitinger - auch Initiator von „Natur im Garten“! - begründet: „Weil wir keine voreiligen Entscheidungen treffen wollten.“

Denn in Kürze käme die Machbarkeitsstudie des Bundes, worin geprüft werde, ob so ein Verbot laut EU-Recht überhaupt möglich sei. Wenn ja, sagt Seitinger, wäre er für ein Verbot, bis dahin aber bekräftigt er: „Es wird ja wirklich niemand gezwungen, Glyphosat zu verwenden, schon gar nicht im eigenen Garten.“

Für den Verzicht plädiert auch ganz deutlich Vorzeige-Gärtnerin Angelika Ertl-Marko: „Österreichische wie auch deutsche Gärten sind laut Studien in einem erschreckenden Ausmaß vergiftet“, weiß die Expertin. Warum? „Weil bei uns sogar heftige Chemiekeulen leicht zu kaufen sind. Und weil es teilweise so wenig Information dazu gibt, dass der Anwender die Folgen für die Umwelt gar nicht abschätzen kann.“

Dabei sei es längst 30 Minuten nach 12 Uhr! Ertl-Marko: „60 Prozent der Insekten sind tot. Dazu kommt der Klimawandel: Wenn man allein weiß, dass die Hälfte Spaniens, der Obstgarten Europas, künftig Wüste sein wird, muss man jede Maßnahme pro Natur ergreifen, die man irgendwie ergreifen kann!“

Tipps der Expertin, was ohne Chemiekeulen perfekt hilft:

  • Die Brennnessel ist im Garten der perfekte Allrounder. Diese brauchen Schmetterlinge, um die Raupen abzulegen. Stehen lassen!
  • Jauche aus der Brennnessel wirkt gegen Blattläuse.
  • Die Pflanze Beinwell ist ein Wundermittel: Die Jauche hilft bei Mehltau. 
  • Jauche aus Paradeiserblättern wirkt unter anderem gegen Kartoffelkäfer.
  • Knoblauch ist auch ein Kraut, das gegen vieles gewachsen ist: „Ein paar Zehen in die Erde rund um Rosen gesteckt, wirkt gegen ,Rosenrost’, die schwarzen Punkte auf den Blättern.“

Auch einen Auszug zum Besprühen kann man machen: dafür zerquetschte Knoblauchzehen zwölf Stunden lang in Wasser legen und damit gießen.

  • Rote oder Salatschnecken sind nicht gerade Sympathieträger. Doch auch hier nicht gleich zu Gift greifen! Ertl-Marko: „Je mehr Nützlinge im Garten sind, wie Laufkäfer, umso besser wird der Humusaufbau und umso weniger Schnecken gibt es; denn diese suchen Fäulnis, die ein basisch ausgeglichener Boden kaum hat.“
  • Schafwolle mit trockenem Polentagries und Gesteinsmehl in Hochbeeten beugen Schnecken vor. Beete sollten zudem mit Kupferbändern umrandet werden. Schnecken oft einsammeln.
  • Schneckenabwehr funktioniert auch mit Homöopathie: Helix Dosta D6.
  • Gegen Schnecken: Mulchen Sie Wege, bedecken Sie Beete mit Fichtenzweigen, Lavendel, Thymian - das mögen die Tiere nicht.
  • Die angegebenen Mittel gibt es zum Großteil auch in kleinen Mengen im Fachhandel.
Christa Blümel
Christa Blümel
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