28.04.2019 11:00 |

Posse bald zu Ende?

Ex-Lehrerin „pflanzt“ Gericht seit fast 3 Jahren

Der Rechtsstaat lässt sich manchmal lange auf der Nase herumtanzen - doch irgendwann ist Schluss! Eine Tiroler Ex-Lehrerin (49), die nicht an den Staat glaubt, trotzte neun Versuchen, sie auf die Anklagebank zu bringen. Dann war ihr Lebensgefährte als Zeuge nicht auffindbar und der Prozess verzögerte sich erneut. Ihr Anwalt kündigt nun aber ein baldiges Ende der Posse an.

Ursprünglich war die Pädagogin wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt im Juli 2016 angeklagt worden. Vorwurf: Sie hatte einen Polizistin weggestoßen, als man im Haus ihres Lebensgefährten nach einer Waffe suchte – eher eine Lappalie als ein Verbrechen. Monatelang war die daher angeklagte Lehrerin immer wieder im Krankenstand. Dann ihr Anruf bei Gericht: Sie werde auch beim nächsten Termin nicht kommen, aber eigentlich lese sie gar keine Post der Justiz. Einer anberaumten Untersuchung durch Gerichtspsychiater Carl Miller blieb sie fern.

„Rechnung“ an Richter
Als keine Post mehr zustellbar war, begann die Polizei mit Nachforschungen zum Wohnort. Erst dabei flog auf, dass es sich bei der 49-Jährigen um eine Lehrerin handelt. Die noch dazu in Manier von Staatsverweigerern dem Richter Josef Geisler eine Rechnung von 12,7 Millionen Euro stellte, weil er in ihren „Lebensbereich eingegriffen“ habe. Meldeadressen waren nicht mehr aufrecht, doch dann traf die Polizei die Tirolerin an ihrer Schule an (wo sie noch unterrichtete, später aber doch suspendiert wurde). Als Zustelladresse gab sie danach ein Postfach an, weitere Ladungen beantwortete sie aber mit bekannten staatsfeindlichen Worthülsen und Krankmeldungen.

Prozesstermin nach U-Haft
Am 25. September des Vorjahres - im zehnten Anlauf (!) - dann ein Lichtblick für die Justiz: Nach der geglückten Verhaftung wurde die 49-Jährige zum Prozess vorgeführt - was nicht ohne eine letzte viertelstündige Verzögerung abging: ein dringendes Bedürfnis. Haken diesmal: Der Lebensgefährte sollte als Zeuge aussagen, doch er war offenbar untergetaucht. „Für mich ist er ein wichtiger Tatzeuge“, so Richter Josef Geisler kürzlich, aber notfalls werde nun seine Aussage vor der Polizei verlesen. Ein Termin für die (allerletzte?) Verhandlung steht noch aus. Pflichtverteidiger Alexander Swancar: „Sie ist sich der Wichtigkeit der Sache bewusst und wird freiwillig kommen.“

Andreas Moser
Andreas Moser
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